Ex-Private-Banker Roberto Fedele „Unvergessen bleiben die zahlreichen Kundenkontakte“

Roberto Fedele war früher Kundenberater im Private Banking der Credit Suisse. Heute ist er CIO der Handelsgruppe Valora | © Valora Group

Roberto Fedele war früher Kundenberater im Private Banking der Credit Suisse. Heute ist er CIO der Handelsgruppe Valora Foto: Valora Group

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Sie haben Ihre Karriere im Private Banking gestartet, danach beim SAP-Dienstleister Exsigno und dem Kantinenbetreiber SV Group gearbeitet. Kürzlich folgte der Job als Chief Information Officer bei der Handelsgruppe Valora. Gibt es eine Konstante, die sie durch alle Berufsstationen begleitet hat?

Roberto Fedele: Konstant waren meine hohe Motivation, Neues zu erlernen, an meinen Aufgaben zu wachsen und mich persönlich weiterzuentwickeln, sowie ein hoher Transformationsdruck in den Geschäftsmodellen jener Unternehmen, für die ich wirken konnte. Meine Passion für die IT war und ist stets ein Treiber, die Marktdynamik und den betrieblichen Wandel im Umfeld der Informationstechnologie auch branchenübergreifend zu explorieren und zu gestalten.

Und stets durfte ich mit Menschen zusammenarbeiten, die mich gefordert und systematisch gefördert haben, mir unternehmerische Gestaltungsfreiheit eingeräumt, viel Vertrauen entgegen gebracht und damit persönlich bereichert haben.

Sie waren zwischen 1989 und 1998 bei der Credit Suisse als Kundenberater tätig, unter anderem als Private Banker. Warum haben Sie die Branche verlassen?

Die Credit Suisse bot bereits 1989 ein qualitativ hochwertiges und professionelles Ausbildungsprogramm für angehende Bankkaufleute. Für mich war dieser Berufseinstieg ein Glücksfall. Früh wurde ich mit betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen konfrontiert, lernte den Umgang mit anspruchsvollen Privatkunden sowie das Beratungs- und Produktgeschäft im Bankenumfeld kennen.

Im Private Banking nahmen der Umfang und die Komplexität nochmal zu. Die Informatik war währenddessen ein zentrales Instrument, das mich mit zunehmender Verankerung in den kundenorientierten und bankinternen Prozessen zu faszinieren begann. Daraus erwuchs der Wunsch, die Welt der finanzwirtschaftlichen IT-Anwendungen in den Fokus meiner beruflichen Weiterentwicklung zu stellen.

Worauf blicken Sie gerne, worauf eher ungerne zurück?

Unvergessen bleiben zahlreiche Kundenkontakte, die ich in allen Jahren bei der Bank pflegen durfte. Es ist schon etwas Besonderes, eine Privatperson oder ganze Familien über Jahre hinweg zu betreuen und teilweise in sehr privaten finanziellen Belangen der Kunden involviert zu sein. Für mich war enorme Motivation, für „meine“ Kunden das Optimum zu erreichen.

Auch bleibt mir die hohe Dynamik im Private Banking mit dem Aufkommen und Ausbau neuer Anlageklassen für Privatpersonen wie Hedgefonds, Private Equity oder strukturierte Produkte und der damit einhergehenden laufenden Weiterentwicklung der Anlageuniversen in spannender Erinnerung.

Pflegen Sie noch Freundschaften aus Ihrer Zeit bei der Credit Suisse?

Mit einigen Weggefährten bin ich über klassische soziale Medien verbunden und pflege einen periodischen persönlichen Austausch. Wir vereinbaren uns gelegentlich zum Abendessen, was mir auch erlaubt, mich über aktuelle Trends in der Bankenbranche zu informieren und meine Freunde an der spannenden Dynamik im Einzelhandelsgeschäft teilhaben zu lassen. Durch die internationale Ausrichtung der Credit Suisse sind einige Freunde in der Zwischenzeit auch in Auslandfilialen tätig, was auf Reisen jeweils zu geschätzten Spontanbesuchen führt.