Oliver-Wyman-Studie So muss sich das Wealth Management verändern

Mit Brillianten besetzte Handtasche von Khloé Kardashian.

Wer vermögend ist zeigt das nicht unbedingt mit Luxusartikeln, doch mit Brillianten besetzte Handtaschen wie diese können sich nur wenige leisten. Foto: Imago / Zuma Wire

Das Wealth Management steht kurz vor der nächsten Evolutionsstufe, dem Wealth Mangement 3.0. Das geht aus dem Wealth- und Asset Management Report „Time to Evolve“ von Oliver Wyman in Kooperation mit Morgan Stanley hervor.

 

 

Die Aussichten für den Markt seien ungewiss, und der Start in das Jahr 2022 war schwieriger als 2021. Nach einer jahrzehntelangen Hausse über alle Anlageklassen hinweg seien die Marktaussichten mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von vier bis fünf Prozent über die nächsten fünf Jahre gedämpft. Inflation und geringere Liquidität könnten das Wirtschaftswachstum hindern. Zudem berge der Angriffskrieg Russlands die Gefahr einer geopolitischen Eskalation und einer Deglobalisierung der Lieferketten und der Vermögensallokation.

Ein weiteres zentrales Ergebnis ist, dass das Wealth Management wichtiger werde. Oliver Wyman erwartet, dass der Anteil des Vermögensverwaltungs- und Privatkundensegments am gesamten verwalteten Vermögen in den nächsten fünf Jahren von 58 Prozent auf 64 Prozent steigen wird. 

Globales verwaltetes Vermögen nach Kundensegment. Der Anteil institutioneller Kunden wird sinken. © Oliver Wyman 2022

Die gute Nachricht: Es gibt dem Bericht zufolge unerschlossene Einnahmequellen. Seit über einem Jahrzehnt hätten viele Vermögensverwalter ihren Wachstumsschwerpunkt auf sehr vermögende Kunden im Private Banking (Ultra-High Net Worth Individuals) und das vermögende Kundensegment gelegt. In andere Segmente sei zu wenig in investiert wurden. Wyman sieht einen Ertragspool von rund 230 Milliarden Euro in den unteren High Net Worth- und Wohlstandssegmenten.

Prognose der globalen Verteilung der Vermögensklassen unter High Net Worth Individuals und der möglichen Einkommensquellen, die sich daraus für Wealth Manager und Vermögensverwalter ergeben. © Oliver Wyman 2022

Um diese zu erschließen, müssten Vermögensverwalter ihre Dienstleistungs- und Betriebsmodelle breiter aufstellen. Zudem müssten Kosten durch den Einsatz von Technologie gesenkt werden. Es müsse mehr digitale und hybride Interaktionen mit Kunden geben, da Komplexität, Gewinnspanne und Kostendruck zunehmen würden. Die Asset-Management-Branche sei da bereits einen Schritt voraus.

Vermögensverwalter stünden zudem vor der Entscheidung, auf Partnerschaften und Vertrieb über Vermögensverwalter zu setzen, eigene digitale Vertriebslösungen aufzubauen oder offene Plattformen für die Vermögensverwaltung einzurichten.