EVIC-Investorenumfrage 2015 Institutionelle Anleger setzt auf Wohnimmobilien

Trotz stark sinkender Anfangsrenditen bleibt der deutsche Wohnimmobilienmarkt im Fokus institutioneller Anleger. Das geht aus einer Umfrage, die Engel & Völkers Investment Consulting (EVIC) durchführen lassen hat. Danach wollen rund 53 Prozent der Befragten ihren Wohnimmobilienanteil im gesamten Immobilienportfolio in den nächsten 12 bis 18 Monaten weiter erhöhen.

Mehr als 60 Prozent der Investoren wollen dabei bis zu 100 Millionen Euro in Wohnimmobilien anlegen. Mit jeweils 35 Prozent werden Wohnimmobilien an A- und B-Standorten gleich stark nachgefragt. In C-Städten (unter 100.000 Einwohnern) wollen immerhin noch 23 Prozent der Umfrageteilnehmer investieren.

Im Immobilienportfolio der Befragten dominieren mit einem durchschnittlichen Anteil von 41 Prozent Wohnimmobilien, gefolgt von Büroimmobilien mit 28 Prozent und Einzelhandelsimmobilien mit 15 Prozent. Der Anteil von Logistik- und Hotelimmobilien lag bei jeweils rund 5 Prozent des Immobilienportfolios.

Aufwärtstrend an A-Standorten intakt

Gefragt nach den erwarteten Mietsteigerungen für Wohnimmobilien, sehen die Interviewpartner das höchste Potenzial immer noch an deutschen A-Standorten. Dort rechnen sie mit Steigerungspotenzial von 3,4 Prozent pro Jahr. Zum Vergleich: An B-Standorten gehen sie von 2,9 Prozent und an C-Standorten von 1,6 Prozent aus.

Bei der Entwicklung der Kaufpreise von Wohnimmobilien rechnen die Experten bei A- und B- Standorten überwiegend mit weiter steigenden Preisen (66 Prozent und 63 Prozent) oder stabilen Preisen (26 Prozent und 29 Prozent). Für C-Städte gehen 24 Prozent der Befragten von steigenden Preisen aus, 47 Prozent glauben, dass die Preise dort stabil bleiben, und 19 Prozent prognostizieren sinkende Kaufpreise.

Einig bei der Renditeerwartung

Bei der Frage nach der Art der Wohnungen, in die investiert werden soll, zeichnet sich ein breites Spektrum ab. Rund 14 Prozent wollen künftig Wohnungen im unteren Preissegment, 31 Prozent im mittleren und 14 Prozent im oberen kaufen. 11 Prozent der institutionellen Anleger sehen Studentenwohnhäuser und 8 Prozent Pflegeheime als künftige Investitionsmöglichkeiten.

Einigkeit besteht unter den Umfrageteilnehmern bei der Renditeerwartung. Rund 80 Prozent der Befragten erwarten bei indirekten Investitionen eine Mietrendite zwischen 3,5 und 5,0 Prozent. Die gleiche Renditeerwartung haben 57 Prozent bei direkten Investitionen. Auffallend ist allerdings, dass sich bei direkten Investitionen auch jeweils 14 Prozent entweder mit einer Rendite von weniger als 3,0 Prozent zufrieden geben oder sogar zwischen 5,5 und 7,0 Prozent Mietrendite erwarten.

Mietpreisbremse ist kein Investitionshindernis

Auf den ersten Blick überraschend ist die Antwort der Befragten nach dem Einfluss der Mietpreisbremse auf ihre Investitionen in Wohnimmobilien. Rund 70 Prozent der Interviewpartner sagen aus, dass die Mietpreisbremse keinen Einfluss auf ihre Investitionsentscheidungen habe. 13 Prozent planen, weniger in Wohnimmobilien zu investieren, während 11 Prozent sogar mehr investieren wollen.

Wenn man die erwarteten Mietsteigerungen nach A-, B- und C-Standorten betrachte, analysiert die EVIC, dann werde deutlich, dass viele Investoren ihren gesetzlich erlaubten Anpassungsrahmen bei ihren  Mietsteigerungserwartungen nicht voll einkalkulierten.

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