NN (L) European High Yield Europäische High Yields: Ineffizienzen als Alphaquelle nutzen

Susanne Hellmann, Managing Director NN Investment Partners Germany

Susanne Hellmann, Managing Director NN Investment Partners Germany

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Hochverzinsliche Unternehmensanleihen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten neben Staatsanleihen und Investmentgrade-Unternehmensanleihen als eigene Asset-Klasse etabliert. Sie tragen zur Diversifikation in reinen Anleihe- oder Multi-Asset-Portfolios bei. Gerade im jetzigen Umfeld mit drohender Zinswende können sie ein wichtiger Baustein sein.

„Wir haben seit 1988 15 Perioden untersucht, in denen Staatsanleiherenditen gestiegen sind. Hochzinsanleihen haben in einem solchen Umfeld tendenziell positive annualisierte Ergebnisse abgeworfen“, erklärt Susanne Hellmann, Geschäftsführerin von NN Investment Partners Germany. Grund dafür war vor allem der relativ große Renditeabstand gegenüber Staatsanleihen, der den Anstieg der Anleiherenditen abfedern konnte.

Hinzu kommt eine niedrige Zinssensivität durch die relativ kurze Duration, die typisch für High-Yield-Bonds ist. Für europäische Hochzinsanleihen liegt die durchschnittliche Duration im Moment bei rund 3,63 Jahren. 

Markt mit soliden Unternehmensbilanzen und hoher Kreditqualität 

„Im Vergleich zu den USA ist der europäische High-Yield-Markt klein und jung“, so Hellmann. Er macht nur rund ein Fünftel des weltweiten Hochzinsanleihevolumens aus und ist noch keine 20 Jahre alt. In der vergangenen Dekade ist er jedoch stark gewachsen und hat eine hohe Liquidität erreicht. Solide Unternehmensbilanzen und relativ hohe Spreads sind nur zwei schlagkräftige Argumente für den Markt. Ein Anstieg der historisch niedrigen Ausfallrate wird für die nächsten 12 bis 24 Monate nicht erwartet. Die Kreditqualität ist vergleichsweise hoch. Rund 70 Prozent der Emittenten haben ein BB-Rating, von denen ein Großteil so genannte Fallen Angels sind, also ehemalige Investmentgrade-Unternehmen.

„Der Markt für europäische High Yields weist trotz zunehmender Reife noch hohe Ineffizienzen aus. Diese stammen zum einen aus unregelmäßigen Kapitalflüssen, da es noch keinen großen festen Investorenstamm dafür gibt. Zum anderen mangelt es an verfügbarem Unternehmensresearch“, weist Hellmann auf Entwicklungspotenzial hin. 

Informationsvorsprünge durch gutes Research

Für Investoren bieten diese Ineffizienzen gepaart mit den strukturellen Vorteilen des Segments große Chancen – soweit sie wie Sjors Haverkamp, Manager des NN (L) European High Yield (ISIN: LU0529381476), in der Lage sind, sie richtig zu nutzen. Im laufenden Jahr erzielte er mit seinem Portfolio ein Plus von 7,98 Prozent (Ende September 2013).

„NN Investment Partners verfügt über ein hauseigenes Research, das eine tiefgründige Analyse der emittierenden Unternehmen ermöglicht. Der so gewonnene Informationsvorsprung ist eine wichtige Grundlage für die Outperformance gegenüber dem Markt“, so High-Yield-Experte Haverkamp. Die Einzeltitelauswahl dient Haverkamp als zentrale Alphaquelle. Sein Ziel ist es, die Benchmark auf jährlicher Basis um 150 bis 200 Basispunkte zu übertreffen.

Der Fondsmanager und sein Team kombinieren eine Bottom-up-Titelauswahl mit einem Top-down-Ansatz. Die Auswahl erfolgt unabhängig von der Benchmark, die jedoch bei der Portfoliokonstruktion und dem Risikomanagement eine Rolle spielt. Nach einer fundamentalen Analyse des Emittenten und des Risikoprofils erfolgt eine Einschätzung der langfristigen und kurzfristigen Ertragschancen. Diese werden für die einzelnen Anleihen verglichen. Ins Portfolio kommen nur die besten Ideen, von denen die Experten wirklich überzeugt sind. Das Portfolio ist daher mit 105 Unternehmensanleihen und 57 Emittenten sehr konzentriert. 

Stock-Picking mit Fokus auf Entwicklungschancen und Kupons

Die besten Ideen müssen dabei nicht zwingend die besten Unternehmen sein, sondern es können auch Anleihen von schwächeren Firmen mit sehr guten Entwicklungschancen ins Portfolio gelangen. Zurzeit gewichtet Haverkamp sehr niedrig rentierende, eher zinssensitive BB-geratete Anleihen unter. Der Großteil des Fondsportfolios steckt in Anleihen mit einem Rating von B oder schlechter. Ein Fokus liegt auf Papieren mit hohem Kupon, bei denen eine vorzeitige Kündigung wahrscheinlich ist.

„Auch wenn das Kurspotenzial aufgrund des bereits sehr tiefen Renditeniveaus nicht mehr so stark ist wie in der Vergangenheit, sind wir für den europäischen Hochzinsmarkt weiterhin zuversichtlich. Solide Unternehmensdaten, eine steigende Nachfrage und ein attraktives Spreadniveau sprechen für weitere Kursgewinne“, urteilt Haverkamp.