Europäische Bankenaufsicht Oddo & Cie darf BHF Kleinwort Benson übernehmen

Philippe Oddo von der französischen Finanzgruppe Oddo & Cie darf die BHF Kleinwort Benson kaufen

Philippe Oddo von der französischen Finanzgruppe Oddo & Cie darf die BHF Kleinwort Benson kaufen

Die französische Privatbank Oddo & Cie darf die belgische Bankengruppe BHF Kleinwort Benson übernehmen. Der Kauf der Anteile von Stefan Quandt und Franklin Templeton ist jedoch an zwei Bedingungen geknüpft, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Oddo zahlt für die beiden Aktienpakete insgesamt rund 220 Millionen Euro, das entspricht einem Preis von 5,75 Euro pro Aktie. Da die Franzosen bereits einen Anteil von 21,6 Prozent an der BHF-Bank halten, sichern sie sich mit der Übernahme der 28,8 Prozent die Mehrheit.

Ende Juli hatte die chinesische Beteiligungsgesellschaft Fosun in einem feindlichen Übernahmeangebot 5,10 Euro je Aktie für die gesamte BHF-Gruppe geboten. Fosun hält derzeit 19,54 Prozent der BHF-Anteile. Die anderen Aktionäre lehnten die Offerte jedoch als zu niedrig ab. Philipe Oddo hingegen hatte bis Ende November Papiere der Bankengruppe über die Börse gekauft. Als er 21,6 Prozent der Anteile besaß, gab er sein Angebot ab, das die Offerte der Chinesen um 12,7 Prozent übertraf.

Anfang Dezember hatten bereits die britischen Aufsichtsbehörden und die Aufsichtsbehörden für Banken von Jersey, Guernesey und Irland ihre Erlaubnis erteilt.

Fosun mit Sperrminorität

Unklar war bislang, ob die Europäische Bankenaufsicht Oddo als Alleineigentümer akzeptieren würde. Der Grund: Die Bank hat nur 539 Millionen Euro Eigenkapital, die BHF-Bank hingegen verfügt über 793 Millionen Euro. Die vergleichsweise geringe Eigenkapitalausstattung macht die Finanzierung riskant, daher prüfte die Aufsicht zunächst, ob die BHF-Bank nach der Übernahme über ausreichend Eigenmittel verfügen werde.

Anfang Dezember hat Oddo & Cie eine Kapitalerhöhung von bis zu 100 Millionen Euro beschlossen. Damit ist eine der beiden Auflagen, die die Bankenaufsicht zur Bedingung für die Übernahme gemacht hatte, erfüllt. Die zweite Voraussetzung besteht darin, dass der Einlagensicherungsfonds der deutschen Privatbanken der Übernahme zustimmt. Das wird jedoch als Formalie gesehen.

Fosun hat von der Bankenaufsicht indes die Erlaubnis erhalten, wie gewünscht weitere 9,1 Prozent Aktien zu kaufen. Damit wären die Chinesen im Besitz von 28,6 Prozent der Anteile und könnten mit einer Sperrminorität geschäftliche Vorhaben von Oddo blockieren.