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Stephan Bannier im Gespräch „Euro-Staatsanleihen sind wieder ein lohnendes Investment“

Stephan Bannier, Vertriebschef bei Generali Investments Partners

Stephan Bannier, Vertriebschef bei Generali Investments Partners: „Ich kenne jede Statistik, die aktives Management nicht immer im besten Licht erscheinen lässt. Ich bin davon überzeugt, dass wir weiterhin immer Raum und den Bedarf für aktives Management haben werden. Bildquelle: Generali Investments

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Herr Bannier, mit den gestiegenen Zinsen sind Anleihen wieder attraktiver. Spüren Sie schon eine verstärkte Nachfrage nach Anleihefonds?

Stephan Bannier: Eindeutig. Es ist faszinierend, wie schnell sich der Themenwechsel vollzogen hat. Vor gut einem Jahr sahen wir nach dem Kursrückgang im Jahr 2022 gute Einstiegskurse für den Rentenmarkt, und ich habe zu einer Veranstaltung das Thema Euro-Staatsanleihen mitgebracht. Damals wurde ich dafür eher belächelt. Jetzt sind Staatsanleihen eine absolut etablierte Empfehlung, sie bieten wieder Rendite.

Generali Investments ist Teil eines Versicherungskonzerns. Welche Vorteile ergeben sich daraus für das Anleihemananagement?

Bannier: Der Versicherungshintergrund hilft uns in vielen Dingen, nicht nur im Rentenbereich. Wir wollen uns als Asset Manager in Europa positionieren und dabei ist es gut, einen finanzstarken Konzern im Rücken zu haben, der das unterstützt. Etwa mit Seed-Kapital für unsere vielen neuen Ideen. Zudem ist Generali in der Allokation sehr breit aufgestellt. Das Management der Gelder soll künftig stärker gebündelt werden. Sobald die Finanzaufsicht grünes Licht gibt, werden Generali Assurance Asset Management und Generali Investments Partners zu Generali Asset Management verschmolzen.

Wo liegen bei Generali die Schwerpunkte und Stärken im Anleihebereich?

Bannier: In Italien, aber auch zunehmend außerhalb unseres Heimatlandes sind wir sehr bekannt für Euro-Staatsanleihen-Strategien und Euro-Aggregate-Bond-Strategien, die breiter aufgestellt sind und Unternehmensanleihen beimischen. Mauro Valle, der Leiter des Fixed-Income-Bereichs, macht seit 20 Jahren einen herausragenden Job und hat in Italien den Status eines Star-Fondsmanagers. In Deutschland ist er weitgehend unbekannt, das wollen wir ändern. Seine Managementqualitäten hat er im Umschwung, als sich die Zinsmärkte drehten, wieder einmal bewiesen. Im schmerzhaften Jahr 2022 schnitt er relativ zur Benchmark sehr gut ab und setzt seitdem seine Strategien auch in der neuen Zinswelt erfolgreich um. Euro-Staatsanleihen, so langweilig sie lange schienen, sind jetzt definitiv wieder ein lohnendes Investment. Je nach Positionierung sind 3 bis 4 Prozent Rendite zu erwarten. Neben dem Generali Investments Euro Bond, der die ganze Zinsstrukturkurve abbildet, haben wir auch Fonds im Angebot, die sich auf bestimmte Laufzeitspannen konzentrieren und eine spezielle Positionierung ermöglichen.

Unter dem Generali-Dach befinden sich ebenfalls einige spezialisierte Investmentboutiquen. Welche Anleihestrategien sind hier zu finden?

Bannier: Wir haben nach und nach etablierte Boutiquen gekauft, die jetzt zum Generali-Konzern gehören, aber ihre Identität und ihre Eigenständigkeit behalten. Eine davon ist Sycomore. Der Nachhaltigkeitsspezialist hat unter anderem Laufzeitfonds im Angebot. Der Sycoyield 2026 läuft noch gut zwei Jahre. Er bietet die Möglichkeit, über Anleihen sorgfältig ausgewählter Unternehmen eine Renditeerwartung von 5,5 Prozent umzusetzen. Da wir kurze Laufzeiten bei Unternehmensanleihen im derzeitigen Konjunkturzyklus ohnehin für die beste Wahl halten, ist ein Einstieg in den Fonds auch jetzt noch sinnvoll.

Unsere Boutique Aperture hat eine starke Expertise bei Emerging-Markets-Anleihen, bietet daneben aber auch mit dem Aperture Credit Opportunities eine Long-Short-Strategie. Auch die ist im aktuellen Umfeld vielversprechend. Neben den zugekauften Boutiquen baut Generali eigene Angebote auf. Ein Beispiel ist Infranity, ein führender Asset Manager für Infrastructure Debt in Europa.

Welche Rolle spielt ESG in den Anleihestrategien der Generali Gruppe?

Bannier: ESG ist heute Standard. Es geht nur noch darum, wie es am besten umgesetzt wird. Mit unserer Multi-Boutiquen-Strategie können und wollen wir hier keine einheitliche Linie fahren. Wir achten jedoch darauf, dass unsere Mindestanforderungen auf jeden Fall erfüllt werden.

Schauen wir auf den Markt: Welche Anleihesegmente sind derzeit besonders attraktiv?

Bannier: Die gestiegenen Zinsen drücken, gerade in Europa, auf die Wirtschaft und die Rezessionsängste sind gestiegen. Zwar hat sich die Lage bislang nicht so schlimm entwickelt, wie Anfang 2023 erwartet wurde, aber die Rahmenbedingungen für die Unternehmen sind nicht gut. Wir halten daher bei Unternehmensanleihen kurzfristige Laufzeiten für besonders attraktiv. Es reicht aber nicht, einfach den Markt zu kaufen, dafür gibt es zu viele Probleme auf der wirtschaftlichen Seite. Eine gute Selektion ist wichtig, um Qualitätstitel herauszufiltern.

Bei Euro-Staatsanleihen hingegen sind längere Laufzeiten interessant. Denn sie sind nicht nur Renditelieferant, sondern auch ein Diversifikator im Portfolio. In der Regel werden bonitätsstarke Staatsanleihen dann gekauft, wenn Unternehmen in Probleme geraten und die Börsen wanken. Dann haben sie Aufwind und sind ein Gegengewicht zu Aktien. Und sie bieten gleichzeitig einen attraktiven nominalen Ertrag. Daher sind dort auch längere Laufzeiten zu vertragen. Kurzlaufende Unternehmen und langlaufende Staaten sind eine gute Mischung.

Zum Schluss ein Blick nach vorn: Was plant Generali im Bereich Anleihen?

Bannier: Wir haben gerade erst eine Emerging-Markets-Strategie mit Aperture aufgesetzt. Der Emerging Debt Opportunities Fund verfolgt eine Long-Duration-Strategie. Mit der Boutique Plenisfer haben wir einen Multi-Strategie-Fonds mit Total-Return-Ansatz gestartet, der verschiedene Anleihesegmente kombiniert. Sycomore wird wahrscheinlich in naher Zukunft einen weiteren Laufzeitfonds anbieten, aber mit einem Kredit-Mix mit höherer Qualität, um dem derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld zu trotzen. Zudem plant Generali die Übernahme von Conning, einem US-Versicherungs-Asset-Manager. Zu der Gesellschaft gehören auch einige spezialisierte Boutiquen, die unser Angebot mit spannenden Strategien im Anleihebereich erweitern würden.

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