Risiko-Strategin Alessia Falsarone EU-Konjunkturpaket schafft nachhaltigeren Wachstumspfad

Risiko-Strategin, Autorin, Referentin: Alessia Falsarone.

Risiko-Strategin, Autorin, Referentin: Alessia Falsarone. Foto: Pinebridge Investments

Es gibt zwar gewisse Vorbehalte. Das ökologische Konjunkturpaket der Europäischen Union (EU) verspricht jedoch, über die reine Verringerung des CO2-Fußabdrucks hinauszugehen und eine Klimaneutralität anzustreben. Hierbei stehen dann die breiteren gesellschaftlichen Vorteile eines „ökologischeren“ Wachstums im Vordergrund. Das „Next Generation EU“ genannte Paket ist so besonders, da gemeinsam, und nicht auf Landesebene, Geld von den Märkten ausgeliehen wird. Denn knapp die Hälfte der Gelder werden als Beihilfe an die am härtesten von der Krise getroffenen EU-Länder verteilt, der Rest wird als Niedrigzinsdarlehen gewährt.

Im Mittelpunkt des im Juli von den politischen Entscheidungsträgern der Europäischen Union verkündeten Pakets stehen Programme zur Bekämpfung des Klimawandels in Höhe von knapp 550 Milliarden Euro. Das Paket umfasst an die Förderung der Energieeffizienz und die Entwicklung erneuerbarer Energieressourcen, emissionsfreier Fahrzeuge und nachhaltiger Transportmittel gebundene Aufwendungen sowie weitere Maßnahmen zum Umweltschutz, mit denen die Zusage Europas, bis 2050 klimaneutral zu werden, erreicht werden soll. Die Vorschriften werden auf ähnliche Weise die ökologische Agenda vorantreiben, da die Mitgliedstaaten ihre nationalen Konjunkturpakete auf „schadlose“ Weise gestalten sollen.

Die Umsetzungspläne müssen zwar noch definiert werden, es scheint jedoch, dass zu den offensichtlichen Nutznießern des ökologischen Pakets kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) mit dem Schwerpunkt Digitalisierung gehören. Im Gegenteil hierzu wird erwartet, dass die Schwerindustrie und der Dienstleistungssektor weiter auf die Unterstützung der Regierungen setzen müssen, um ihre CO2-intensive Infrastruktur zu modernisieren und gleichzeitig in Bezug auf die Kosten wettbewerbsfähig zu bleiben. Dementsprechend gibt es fünf kritische Bereiche der ökologischen Agenda des EU-Pakets, die die Anleger aus der Nähe beobachten sollten.