Die EU-Kommission hat grünes Licht für den Zusammenschluss der Schweizer Versicherer Helvetia und Baloise gegeben. Nach eingehender wettbewerbsrechtlicher Prüfung kam die Kommission zu dem Schluss, dass die Fusion keine erheblichen Wettbewerbsbeschränkungen im europäischen Wirtschaftsraum verursacht.
Mit der Genehmigung der EU-Wettbewerbshüter ist eine wichtige regulatorische Hürde für die Mega-Fusion genommen. Besondere Auflagen oder Bedingungen wurden in der Entscheidung nicht verhängt, was den reibungslosen Vollzug der Transaktion im geplanten Zeitrahmen ermöglicht.
Zweitgrößter Schweizer Versicherer entsteht
Durch den bereits im Frühjahr angekündigten Zusammenschluss entsteht die zweitgrößte Versicherungsgruppe der Schweiz mit einem kombinierten Geschäftsvolumen von 20,2 Milliarden Schweizer Franken und einem Marktanteil von rund 20 Prozent. Die neue Gruppe wird unter dem Namen Helvetia Baloise Holding AG firmieren und über 22.000 Mitarbeiter beschäftigen.
Bei der Transaktion wird Baloise rechtlich in Helvetia eingegliedert, wobei beide Unternehmen den Zusammenschluss als „Merger of Equals“ bezeichnen. Dies spiegelt sich in der paritätischen Besetzung des 14-köpfigen Verwaltungsrats wider – jeweils sieben Sitze für beide Seiten.
Synergien von 350 Millionen Franken erwartet
Die Fusion verspricht erhebliche Kostenvorteile: Jährliche Synergien von rund 350 Millionen Schweizer Franken vor Steuern sollen generiert werden, wobei etwa 80 Prozent davon bis 2028 realisiert werden sollen. Der jährliche operative Cashflow soll dauerhaft um etwa 220 Millionen Franken steigen.
Für 2029 plant das fusionierte Unternehmen, rund 20 Prozent mehr Dividenden auszuschütten, als beide Versicherer als eigenständige Unternehmen zusammen zahlen würden.
Führungsstruktur steht fest
In der Geschäftsleitung übernimmt Helvetia-Chef Fabian Rupprecht die Position des CEO, während Baloise-Vorstandschef Michael Müller stellvertretender Chef und Integrationsverantwortlicher wird. Thomas von Planta, derzeit Verwaltungsratspräsident von Baloise, wird Präsident der neuen Gruppe.
Die außerordentlichen Generalversammlungen beider Unternehmen zur Abstimmung über die Fusion fand am 23. Mai 2025 statt. Der Vollzug der Transaktion wird für das vierte Quartal 2025 erwartet.
