Fondsmanager müssen gehen Ethenea übernimmt Management der Mainfirst-Fonds

Luca Pesarini, Gründer von Ethenea

Luca Pesarini, Gründer von Ethenea Bildquelle: Ethenea

Die Mainfirst Affiliated Fund Managers (Deutschland) schließt Ende Dezember 2025 ihre Geschäfte in Frankfurt. Ethenea Independent Investors aus Luxemburg übernimmt dann das Management der vier verbliebenen Fonds.

Luca Pesarini, Verwaltungsratsvorsitzender der Muttergesellschaft Haron Holding, betont in einer Mitteilung: „Wir führen die Fonds unter ihren bisherigen Namen fort.“ Doch während die Produkte bestehen bleiben, verschwindet das Unternehmen Mainfirst selbst vom Markt. Damit endet auch die Zeit der bisherigen Fondsmanager – darunter Olgerd Eichler, der das Team lange prägte. Sie alle sollen die Firmengruppe verlassen, sobald ihre Kündigungsfristen auslaufen.

An den Anlagestrategien will Pesarini dagegen festhalten. Der Mainfirst Germany Fund (ISIN: LU0390221256) setzt weiterhin auf deutsche Unternehmen, der Top European Ideas Fund auf europäische Aktien und der Global Dividend Stars (ISIN: LU1238901240) auf dividendenstarke Titel. Lediglich beim Emerging Markets Corporate Bond Fund Balanced (ISIN: LU0816909013) laufen noch Gespräche über die künftige Ausrichtung.

Hohe Mittelabflüsse machen Eigenständigkeit unmöglich 

Der Grund für die Schließung liegt in den massiven Mittelabflüssen der vergangenen Jahre. Selbst der einst milliardenschwere Top European Ideas Fund verwaltet heute nur noch 94 Millionen Euro. Unter diesen Bedingungen rechne sich ein eigenes Portfoliomanagement für Mainfirst nicht mehr, so Pesarini.

Die Konzentration auf Luxemburg hatte sich bereits abgezeichnet. Im Juli verkaufte die Haron Holding schon Teile von Mainfirst an den Hamburger Asset Manager Laiqon – ein vierköpfiges Team wechselte mitsamt Assets von gut zwei Milliarden Euro. Für institutionelle Investoren bedeutet dies hauptsächlich eine Neuzuordnung und Kontinuität der verwalteten Fonds unter neuen Anbietern, während das ursprüngliche Bankgeschäft vollständig in Stifel integriert wurde.

Ende eines Kapitels 

Pesarini selbst war 2014 bei Mainfirst eingestiegen, nachdem das Unternehmen durch einen umstrittenen Aktiendeal in die Kritik geraten war. 2017 sicherte er sich die Mehrheit und trieb seither konsequent die Integration mit Ethenea voran. Nun vollendet er diesen Prozess.

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