Rückblick - Ausblick ETFs: Wenn Hoffnung die Anlegerfurcht besiegt

Matthew Arnold, Senior ETF Strategist bei State Street Global Advisors / SPDR | © State Street Global Advisors

Matthew Arnold, Senior ETF Strategist bei State Street Global Advisors / SPDR Foto: State Street Global Advisors

Autor: Matthew Arnold, Senior ETF Strategist bei State Street Global Advisors / SPDR, mit einem Rückblick auf 2013 und einem Ausblick für 2014.

Was für aufregende und volatile Zeiten an den Finanzmärkten. Die Stimmung der Investoren wechselte im abgelaufenen Jahr fast ständig von Risk-On zu Risk-Off und wieder zurück. Entsprechend volatil verlief die Entwicklung an den Börsen weltweit. Doch zuletzt überwog vielerorts wieder die Zuversicht, dass das Schlimmste – vorerst – überstanden ist. Unter der Finanzkrise haben viele Investoren einen Strich gezogen, die Schuldenkrise in Europa scheint langsam im Griff zu sein – vor allem dank des Eingreifens der Europäischen Zentralbank – und auch die konjunkturellen Signale sind verheißungsvoll.

Das Thema „Quantitative Easing“ (QE) hielt die Märkte fast das ganze Jahr in ihrem Bann. Reichlich haben die Anleger darüber spekuliert, ob, wann und wie schnell die US-Notenbank ihre monatlich 85 Milliarden Dollar schweren Käufe von Staats- und Hypothekenanleihen drosseln wird – also das sogenannte Tapering.

Zu leiden hatten darunter vor allem Aktien und Anleihen aus den Emerging Markets. Auch für die Rohstoffmärkte, allen voran Gold, war 2013 ein sehr schlechtes Jahr. Investment-Grade-Anleihen litten ebenfalls und bescherten den Investoren das erste Mal seit vielen Jahren negative Realrenditen. Im Gegensatz dazu waren vor allem Aktien aus Japan, den USA, aber auch Europa gefragt. Viele der Aktienindizes aus den Industriestaaten erreichten Rekordhochs.

Auswahl für ETF-Anleger gestiegen

Korrespondierend dazu war 2013 auch für die globale ETF-Branche ein sehr gutes Jahr und in den meisten Anlageklassen dominierten Nettomittelzuflüsse. Das in allen ETFs investierte Volumen stieg auf mehr als 2,4 Billionen Dollar an. Auch die Produktpalette wuchs – etwa im Bereich Smart Beta. Zudem wurden neue Investmentthemen erschlossen, wie beispielsweise mit einem ETF, der erstmals einen Zugang zu inflationsindexierten Emerging-Market-Anleihen möglich machte.

Das alles zeigt: ETFs bieten Investoren dank der breiten Auswahl eine gute Alternative zu Investmentfonds. Das gilt besonders auch für Sektor-ETFs, mit denen Anleger schnell und effizient eine Branchenrotation vornehmen können, um von verschiedenen Konjunkturzyklen zu profitieren.

Weder am europäischen noch an anderen ETF-Märkten war jedoch etwas von einer „Great Rotation“ von Anleihen in Aktien zu sehen, wie es noch Anfang 2013 von etlichen Marktteilnehmern prognostiziert wurde. Zwar verzeichneten Aktien-ETFs große Zuflüsse, allen voran Large-Caps aus Japan und den USA, doch Anleihen-ETFs erfreuten sich ebenfalls guter Nachfrage. Kräftige Abflüsse mussten dagegen Gold-ETFs hinnehmen.

Positiv, trotz steigender Volatilität

Wie geht es nun weiter? Der Druck auf die Anleihemärkte dürfte weiter anhalten infolge der auslaufenden Anleihekäufe durch die Fed. Sie kündigte bekanntlich Ende 2013 an, ihre monatlichen Anleihekäufe um zehn Milliarden Dollar zu reduzieren. Und möglicherweise kommen noch weitere Schritte in diese Richtung. Das könnte zu weiter steigenden Renditen und Kursverlusten führen.

Aus unserer Sicht sollten sich ETF-Investoren für die nächste Zeit folgendermaßen positionieren: Angesichts des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes sind für Investoren, die laufende Erträge benötigen, zum einen qualitative hochwertige Dividendentitel empfehlenswert, zum anderen sollten im Anleihesegment vor allem High Yield- und Emerging-Market-Bonds in Erwägung gezogen werden. Besonders Letztere halten wir für aussichtsreich, weil die fundamentalen Daten stimmen und Schwellenländeranleihen zu Unrecht besonders stark unter der Tapering-Diskussion gelitten haben.

Ein weiteres wichtiges Investmentthema für 2014 ist die Rückkehr des globalen Wirtschaftswachstums. Investoren sollten deshalb ihr Aktien-Exposure ausbauen, um davon zu profitieren. Entweder breit gestreut in einen global anlegenden Aktien-ETF oder – für Anleger mit etwas mehr Risikotoleranz – in Länder- oder Sektor-ETFs.

Für das Kalenderjahr 2014 sind wir also insgesamt positiv gestimmt, auch wenn die Volatilität wieder zunehmen dürfte. Neben der zu erkennenden konjunkturellen Erholung spielt auch die mangelnde Anlagealternative zu Aktien eine wesentliche Rolle. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld werden Aktienanlagen aus unserer Sicht deshalb weiterhin interessant bleiben. Dies gilt insbesondere für Aktien mit nachhaltiger Dividendenrendite.

>> Zum Unternehmensporträt von State Street