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ETFs für globale Nachhaltigkeitsziele Pariser Klimaabkommen als Wirtschaftsmotor

Produktion von Wasserstofffahrzeugen in Japan: Mit zwei Aktien-ETFs von Franklin Templeton können Anleger Klimarisiken verringern und Wachstumschancen wahrnehmen, die sich aus dem Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft ergeben. | © imago images / AFLO

Produktion von Wasserstofffahrzeugen in Japan: Mit zwei Aktien-ETFs von Franklin Templeton können Anleger Klimarisiken verringern und Wachstumschancen wahrnehmen, die sich aus dem Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft ergeben. Foto: imago images / AFLO

Marcus Weyerer, ETF-Spezialist bei Franklin Templeton

Klimawandel, Ressourcenverknappung sowie Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung stellen für Wirtschaft und Gesellschaft existenzielle Bedrohungen dar. Es ist dringend erforderlich, Anpassungen im Sinne einer größeren Nachhaltigkeit vorzunehmen.

Unternehmen sind den drohenden Gefährdungen gegenüber unterschiedlich gut gewappnet. Viele dürften sich als weniger widerstandsfähig erweisen. Risiken ergeben sich beispielsweise aus strukturellen Veränderungen, die von der Politik auf den Weg gebracht werden. Neue Emissionsgesetze, die Kohlenstoffsteuern festlegen, bedeuten für viele Unternehmen erhöhte Kosten, weil sie in neue emissionsärmere Technologien und Rohstoffe investieren müssen. Unternehmen laufen zudem Gefahr, durch Verschiebungen bei Kaufneigungen sowie durch neue Normen und Technologien den Anschluss zu verlieren: Gerät ein Unternehmen in Verruf, geht die Kundennachfrage rasch zurück. Gleiches gilt bei überflüssigen oder veralteten Produkten und Dienstleistungen.

Anderen Unternehmen erschließt der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft jedoch auch viele neue Möglichkeiten zur Innovation und Effizienzsteigerung. Firmen, die innovativ sind und emissionsarme Produkte und Dienstleistungen auf den Weg bringen, können ihre Wettbewerbsposition verbessern und von den sich wandelnden Bedürfnissen der Verbraucher profitieren. So investieren viele Geschäftsführungen immer stärker in erneuerbare Energien, weil neue Technologien, mit KI-Software verquickt, die Energieerzeugung, Energiespeicherung und Energienutzung immer kostengünstiger machen. Unternehmen, die auf die technologischen Fortschritte setzen, verlagern ihren Energieverbrauch auf emissionsarme Energieerzeugung und steigern ihre Energieeffizienz, um Energiekosten zu sparen. Doch nicht nur Kostenaspekte spielen eine Rolle: Investoren fordern von den Unternehmen ein, dass diese eine Klimastrategie festlegen, um neue Chancen bestmöglich zu nutzen. 

Aktionsplan der EU-Kommission für eine umweltfreundlichere Wirtschaft

Trotz der sich jetzt bietenden Chancen für den Übergang in eine nachhaltigere Zukunft müssen weitere Schritte unternommen werden, um den Klimawandel erfolgreich anzugehen. Beim Pariser Klimaabkommen aus dem Jahr 2015 einigten sich die Regierungen der Welt auf eine gemeinsame Verpflichtung zur Bekämpfung des Klimawandels, mit der ein globaler Temperaturanstieg verhindert werden soll. Um die gesteckten Energie- und Klimaziele bis zum Jahr 2030 zu erreichen, wie etwa die Senkung der Treibhausgasemissionen bis 2030 um 40 Prozent, werden nach Einschätzung der Europäischen Kommission jährlich rund 180 Milliarden Euro an zusätzlichen Finanzmitteln benötigt. Politik, Banken, Unternehmen und Investoren tragen gemeinsam die Verantwortung, diese Anstrengungen voranzutreiben.

Mit ihrem Aktionsplan will die Europäische Union den Aufbau eines nachhaltigen Finanzwesens, den Klimaschutz und eine nachhaltige Entwicklung unterstützen. Der zugleich als Wirtschaftsmotor gedachte Aktionsplan ist ein wichtiger Schritt bei der Umsetzung des Übereinkommens von Paris und der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und soll öffentliches und privates Kapital in Investitionen zur Erreichung der Dekarbonisierungsziele lenken. In diesem Zusammenhang hat die EU zwei neuartige Nachhaltigkeits-Benchmarks entwickelt, um Investitionen im Sinne des Pariser Abkommens zu fördern: Die EU Climate Transition Benchmark (EU CTB) und die EU Paris-Aligned Benchmark (EU PAB).