ETFs Endlich Inflation

Laufen nur bedingt mit den offiziellen Preissteigerungsraten mit: Anleihen, deren Zins sich nach der Inflation richtet.

Laufen nur bedingt mit den offiziellen Preissteigerungsraten mit: Anleihen, deren Zins sich nach der Inflation richtet.

Verstehe einer die Anleger. Jahrelang fürchten sie sich vor dem Inflationsgespenst. 2008 wechseln sie die Laken, und es erscheint das Deflationsgespenst. Doch jetzt, endlich, kommt dank der Aussicht auf höhere Staatsschulden und -ausgaben und steigende Rohstoffpreise die Inflation zurück. Und damit geraten wieder inflationsgebundene Anleihen ins Rampenlicht.

Bei diesen Papieren richtet sich entweder der Rückzahlungsbetrag oder der Zinskupon nach der offiziellen Inflationsrate. Damit müssten sie theoretisch mit der Inflation ziemlich genau mitgehen. Tun sie aber nicht, wie der Chart rechts zeigt. Denn die Kurse der Papiere richten sich nach Angebot und Nachfrage und damit nach der erwarteten Inflation. Und die zieht derzeit zumindest für die USA an.

Für diesen Markt hat die ETF-Branche fünf Produkte in Deutschland am Start. Mit iShares, db x-trackers und Lyxor sind die Top-3-Anbieter mit von der Partie, ein weiterer kommt von SPDR. Inhaltlich nehmen sie sich nicht viel, drei bilden sogar denselben Index ab. Sie alle setzen auf Inflationsanleihen, die die US- Regierung ausgegeben hat. Wobei Lyxor mit Kampfkonditionen in Form von 0,09 Prozent Gesamtkostenquote daherkommt.

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Eher ausgefallen ist das Konzept des zweiten Lyxor-ETFs, der auf die Inflationserwartung setzt, der Lyxor US-Dollar 10Y Inflation Expectations. Er enthält die sechs neuesten Inflationsanleihen der USA mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Hinzu kommt aber eine Short-Position in herkömmlichen US-Staatsanleihen mit ähnlichen Laufzeiten. Übrig bleibt als Differenz die sogenannte Break-even-Inflationsrate. Sie ist das, was der Markt an Inflation für die Restlaufzeit erwartet.