
Aus einem Markt mit aktiven Aktienstrategien kann es für Anleger schwierig sein, Fonds herauszufiltern, die den Markt nur durch Aktienauswahl konsistent übertreffen. Während die meisten Manager entweder ein quantitatives Modell oder einen fundamentalen Ansatz verwenden, sind wir der Ansicht, dass die Kombination der Vorteile beider Ansätze – innerhalb einer liquiden und transparenten ETF-Struktur – im Laufe der Zeit zu attraktiven Ergebnissen führt.
Überblick:
- Unser Ansatz kombiniert sowohl quantitative als auch fundamentale Ansätze.
- Quant-Signale und fundamentale Erkenntnisse ergänzen sich gegenseitig und können in Kombination zu überlegenen Ergebnissen führen.
- ETFs sind eine effektive und effiziente Möglichkeit, Alpha-Chancen über ihre liquide, transparente Struktur zu nutzen.
Unser Ansatz für Active ETF-Strategien nutzt sowohl quantitatives als auch fundamentales Research
Active ETFs gewinnen in Europa schnell an Dynamik und bieten Anlegern Liquidität, Transparenz und Chancen zur Alpha-Generierung. Die Auswahl an aktiven ETF-Strategien ist jedoch enger, als es auf den ersten Blick erscheint. Viele Manager entscheiden sich dafür, die Benchmark zu übernehmen und ihr Research lediglich vor allem dazu einzusetzen, die wichtigsten Indexbestandteile nur leicht über- oder untergewichtet zu halten.
Um das Potenzial für Überrenditen zu erhöhen, können Anleger auf das breitere Universum aktiver Fonds zurückgreifen, das eine größere Vielfalt an Investmentansätzen bietet. Einige Fondsmanager stützen sich stark auf quantitative Modelle und verlassen sich auf datengesteuerte Signale, um Chancen in einer großen Auswahl von Aktien zu finden. Andere Fondsmanager basieren ihre Entscheidungen vor allem auf fundamentaler Analyse, wobei Portfolioentscheidungen auf Bottom-up-Erkenntnissen und dem Ermessensspielraum einzelner Manager oder Teams beruhen.
Columbia Threadneedle Investments
Bei Columbia Threadneedle Investments sind wir der Ansicht, dass beide Ansätze ihre Stärken haben. Quantitative Modelle können Disziplin, Konsistenz und Skalierbarkeit bringen. Fundamentales Research kann Kontext, Nuancen und ein Verständnis unternehmensspezifischer Risiken beinhalten, die mit Finanzkennzahlen allein möglicherweise nicht erfasst werden. Da Diversifikation ein bewährtes Prinzip der Portfoliokonstruktion ist – mit dem Ziel, unkorrelierte Renditequellen zu kombinieren und Risiken zu reduzieren –, gilt dieselbe Logik auch bei der Auswahl von Alpha-Quellen. Unsere CT QR Series Equity Active ETFs zielen darauf ab, die potenziellen Vorteile quantitativer und fundamentaler Ansätze zu kombinieren, um bessere Ergebnisse für Anleger zu erzielen.
Eine kombinierte Strategie erfordert einen klar definierten Prozess, der festlegt, wie quantitative Erkenntnisse und fundamentale Einschätzungen zusammenwirken – und wie Konflikte zwischen den beiden gelöst werden.
Was „quant“ in einem Active ETF tatsächlich bedeutet
Im Kontext moderner aktiver ETFs wird quantitatives Research häufig missverstanden. Oft wird es nur mit faktorbasierten Ansätzen oder starren Regelwerken gleichgesetzt, die vordefinierte Merkmale mechanisch abbilden. Tatsächlich ist der Ansatz jedoch deutlich umfassender. So kann ein quantitatives Rahmenwerk beispielsweise genutzt werden, um Aktien innerhalb klar definierter Vergleichsgruppen zu analysieren und anhand spezifischer, auf die jeweilige Gruppe zugeschnittener Kriterien zu bewerten. Vereinfacht gesagt: Es sorgt dafür, dass wirklich vergleichbare Unternehmen miteinander verglichen werden – und zwar auf eine für jede Kategorie passende Weise.
Wir nennen diesen quantitativen Ansatz „industriebezogen“ – eine Bezeichnung, die berücksichtigt, dass jede Aktiengruppe von einer bestimmten wirtschaftlichen und finanziellen Dynamik angetrieben wird. Und da sich die individuellen Eigenschaften von Aktien täglich verändern, kann das Modell seine Einschätzung der Titel im Vergleich zu ihren Peers ebenfalls täglich aktualisieren – sodass das gesamte Universum objektiv auf veränderte Marktbedingungen reagieren und neu bewertet werden kann.
Wie fundamentales Research den Investment-Prozess stärkt
Quantitative Modelle können hervorragend darin sein, Muster und Zusammenhänge über große Datensätze hinweg zu identifizieren. Was sie jedoch nicht immer in Echtzeit erfassen können, ist, wie sich die Zukunftsaussichten eines Unternehmens verändern können, wenn sich Geschäftsmodelle weiterentwickeln, der Wettbewerbsdruck zunimmt oder sich strategische Prioritäten verschieben.
Das ist der Punkt, an dem fundamentales Research ergänzt und stärkt. Erfahrene Sektorspezialisten und Analysten können Einblicke auf Unternehmensebene liefern, um quantitative Signale zu validieren und aufkommende Abwärtsrisiken aufzuzeigen, die sich möglicherweise noch nicht vollständig in den Daten widerspiegeln. In einem kombinierten Rahmen ersetzt fundamentales Research das Modell nicht und führt keine diskretionäre Aktienauswahl ein. Stattdessen bietet es eine zusätzliche Prüfungsebene, um eine wahrscheinliche Fehlentwicklung vorherzusagen, die bestenfalls vermieden werden kann.
Omnicom: Fundamentalanalyse als Korrektiv quantitativer Modelle
Eine anschauliche Möglichkeit, diese Interaktion zu betrachten, bieten Unternehmen, die über längere Zeiträume von quantitativen Modellen positiv bewertet werden; aber bei fundamentaler Analyse einige Warnsignale hervorrufen können. Omnicom, ein Werbe-, Marketing- und Unternehmenskommunikationsunternehmen, ist hierfür ein gutes Beispiel.
Von 2019 bis 2023 wies Omnicom Merkmale auf, die unser quantitatives Modell tendenziell bevorzugt – einen erheblichen Marktanteil, eine konsistente Cash-Generierung und weitere Geschäftsmerkmale, die auf langfristige Qualität und Stabilität ausgerichtet sind. Dadurch erhielt die Aktie in diesem Zeitraum weiterhin positive Bewertungen im quantitativen Modell, was die Attraktivität eines Investments zusätzlich untermauerte.
Aufgrund der Entwicklung der Branchendynamik und unternehmensspezifischer Umstände bot das fundamentale Research jedoch eine andere Perspektive. Insbesondere konzentrierte sich unsere fundamentale Analyse darauf, wie sich ändernde Marktbedingungen und die Strategie des Unternehmensmanagements auf das zukünftige Renditepotenzial des Unternehmens auswirken würden. Basierend auf dieser tiefen Analyse des Teams waren die Aussichten durch zunehmenden Wettbewerb, ausgelöst durch KI, ungünstiger geworden. Dies führte zu einem Ranking mit „stark unterdurchschnittlich“, was die Aktie aus dem Portfolio unserer QR Series US Equity Active ETF-Strategie ausschließen würde. Tatsächlich entwickelte sich Omnicon in der Phase, in der unser fundamentales Research von einem Investment in die Aktie abriet, unterdurchschnittlich. Es ist interessant zu beobachten, dass auch das quantitative Modell anschließend die Aktie herabgestuft hat, aber es war das fundamentale Research, das zuerst auf die Risiken für den Ausblick hinwies.
Ein weiterer Schritt, den wir bei Columbia Threadneedle Investments unternehmen, ist die Zusammenarbeit zwischen den quantitativen und fundamentalen Research-Teams, bei der sie ständig voneinander lernen und daran arbeiten, ihre Ansätze kontinuierlich zu verbessern.
Indem wir quantitative Signale anhand sich entwickelnder fundamentaler Erkenntnisse testen, stellt der Prozess sicher, dass Portfolios aktuelle Realitäten und nicht nur vergangene Daten widerspiegeln. Diese Dynamik unterstützt die Nutzung attraktiver Alpha-Chancen mit wirksamer Minderung des Downside-Risikos (dieses Beispiel dient nur zur Veranschaulichung und zeigt nicht die zukünftige Performance oder Ergebnisse an).
Vom Research bis hin zu den Entscheidungen: Ein strukturierter, transparenter Prozess
Das Zusammenführen dieser Elemente erfordert einen klaren und wiederholbaren Prozess. Eine Möglichkeit, dies als kontinuierlichen Kreislauf – griffig mit „Research, Rank, Recalibrate“ formuliert – zu betrachten, zeigt die Grafik 1.
Grafik 1: CT QR Series Equity Active ETFs – Überblick über den Anlageprozess
Warum dieser Ansatz besonders gut zu ETFs passt
Dieser Ansatz trägt dazu bei, sowohl die Intransparenz einer „Black Box“ als auch spontane, nicht systematische Entscheidungen zu vermeiden. Dieser transparente und regelbasierte Ansatz trägt zur Liquidität eines ETFs bei – eine wichtige Überlegung für europäische Anleger, die ETFs als Kernbausteine verwenden.
Nicht alle aktiven ETFs funktionieren nach dem gleichen Ansatz. Entscheidend ist daher zu verstehen, wie die jeweilige Strategie umgesetzt wird, um den Fonds auszuwählen, der am besten zu den Anlagezielen passt. Wir sind der Ansicht, dass die Kombination aus quantitativen Modellen und fundamentalem Research ein wirksamer Ansatz für Anleger ist, die überlegene Ergebnisse suchen.
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