ESG-Standards Wirkung nachhaltiger Anlagen muss messbar sein

Daniel Wolbert leitet die Kapitalanlagen der kirchlichen Versorgungseinrichtung Verka in Berlin. | © Verka

Daniel Wolbert leitet die Kapitalanlagen der kirchlichen Versorgungseinrichtung Verka in Berlin. Foto: Verka

Nachhaltigkeit ist ein Thema von herausragender Bedeutung und hat inzwischen auch weite Teile der Investmentbranche durchdrungen. Institutionelle Investoren wie Versicherungsunternehmen, Pensionskassen, Pensionsfonds und Versorgungswerke beschäftigen sich zunehmend mit der Frage, wie – neben den klassischen Anlagegrundsätzen Rentabilität, Sicherheit beziehungsweise Qualität und Liquidität – mit der Kapitalanlage eine messbare positive Auswirkung auf die Umwelt, Mitwelt und Nachwelt erzielt werden kann.

Erfreulicherweise macht nun auch der Gesetzgeber Druck. Die Aufsichtsbehörde Eiopa setzt sich auf europäischer Ebene für die Integration von Nachhaltigkeitsfaktoren in die Kapitalanlage ein.

Neben den klassischen Ansätzen der Integration von Nachhaltigkeit in den Investmentprozess in Form von Ausschlusskriterien, dem Best-in-Class-Konzept sowie dem sogenannten Engagement steigt damit auch die Nachfrage nach nachhaltigen Themeninvestments. Mit ihrer Hilfe können Investoren positive ESG-Effekte erzielen. ESG steht für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). Neudeutsch spricht man zudem auch von Impact Investing.

Doch wie lassen sich solche Anlagen thematisch sinnvoll und vor allem zielorientiert klassifizieren? Und wie lässt sich eine entsprechende Wirkung, besagter Impact, messen? Zur Beantwortung dieser Fragen haben die Vereinten Nationen vor einigen Jahren einen wichtigen Beitrag geleistet.

17 Ziele für eine bessere Welt 

Am 25. September 2015 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in New York City die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die sogenannten Sustainable Development Goals oder kurz SDGs. Diese traten zum 1. Januar 2016 in Kraft haben zunächst eine Laufzeit von 15 Jahren. Man spricht insofern auch von der Agenda 2030.

Im Gegensatz zu den sogenannten Millenniums-Entwicklungszielen der Vereinten Nationen, bei denen die soziale Entwicklungsdimension im Vordergrund stand, sollen die SDGs das Thema Nachhaltigkeit wesentlich stärker betonen. Damit wurden soziale, ökonomische und auch ökologische Aspekte in die Entwicklungsagenda aufgenommen. 


Quelle: UN in Zusammenarbeit mit dem Project Everyone 

Die einzelnen Punkte verfolgen unterschiedliche Ziele. Unter anderem geht es darum, das Wirtschaftswachstum auch in wirtschaftlich benachteiligten Regionen zu fördern, gleichzeitig aber auch die Unterschiede im Lebensstandard der jeweiligen Bevölkerung abzubauen und Chancengleichheit zu schaffen. Darüber hinaus sollen die SDGs ein nachhaltiges Management von natürlichen Ressourcen fördern, so den Erhalt von Ökosystemen gewährleisten und deren Resilienz stärken.