Umfrage von Universal Investment ESG etabliert sich bei Institutionellen

Windräder bei Oschersleben

Windräder bei Oschersleben: Umwelt- und andere ESG-Aspekte spielen laut einer UI-Umfrage für immer mehr Institutionelle eine wichtige Rolle bei der Kapitalanlage. Foto: Imago / photothek

Deutschlands professionelle Investoren setzen immer mehr auf das Thema nachhaltige Kapitalanlage. Das ist eines der Kernergebnisse einer Umfrage von Universal Investment (UI) unter rund 200 institutionellen Anlegern. So setzen rund drei von vier befragten Großanlegern bereits auf Anlagestrategien, die die Aspekte Umwelt, Soziales und Unternehmensführung berücksichtigen, unter den Fondsinitiatoren sind es zwei Drittel. Bei beide Gruppen sei „Governance“ das zentrale Kriterium bei der Weiterentwicklung ihrer Nachhaltigkeitsbemühungen, heißt es von UI.

Im Rahmen der aktuellen Regulatorik rund um Stimmrechtsausübung dürfte dies nach Einschätzung der Investmentgesellschaft auch als Treiber für einen verstärkten Dialog mit Unternehmen hin zu einem nachhaltigen Wirtschaften führen.

„Die Zahlen bestätigen die derzeit hohe Nachfrage und das Interesse der Anleger an ESG-Lösungen. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse aber auch, dass die bereits geltende zweite Aktionärsrechterichtlinie Arug II sowie die europäische Sustainable Finance Disclosure Regulation für Anleger zentrale Themen sind“, kommentiert Jochen Meyers, Leiter Relationship Management Institutionelle Kunden bei UI die Umfrageergebnisse.

Institutionelle setzen auf ESG-Strategiemix

Wie die Studie weiter zeigt, setzen die Befragten auch auf Ausschlüsse und ESG-Integration: So setzen 76 Prozent der Befragten, die eine ESG-Strategie verfolgen, auf Ausschlüsse, 53 Prozent berücksichtigen Forschungsergebnisse, Daten und weitere Erkenntnisse bei ihren Anlageentscheidungen. 24 Prozent verwenden ein normbasiertes Screening, jeder fünfte verfolgt einen Best in Class-Ansatz, 18 Prozent bilden ESG über nachhaltige Themenfonds ab.

Laut UI unterscheidet sich die Nutzung dieser Ansätze sich kaum zwischen institutionellen Investoren und Fondsinitiatoren. Besonders häufig ist zudem die Kombination zweier ESG-Strategien, wobei am häufigsten Ausschlüsse mit ESG-Integration, normbasiertem Screening und Best in Class-Strategien kombiniert werden.

Hinsichtlich der Bewertung ESG-relevanter Themen wie guter Mitarbeiterführung unterscheiden sich die institutionellen Anlegergruppen UI zufolge nicht signifikant. Lediglich Kirchen, Vereine und Stiftungen räumen den Faktoren Umweltmanagement, Klimawandel, Menschenrechte und gesellschaftliches Engagement einen klar überdurchschnittlichen Stellenwert ein. Zudem sind der Umfrage zufolge immer mehr Umfrageteilnehmer in einer Finanzinitiative zum Thema Nachhaltigkeit wie etwa UN PRI oder dem Forum Nachhaltige Geldanlage aktiv.

UI wolle als neutraler Plattformbetreiber und Co-Pilot der Partner unter anderem mit ESG-Reportings für mehr Transparenz sorgen und habe hier für ein eigenes ESG-Office mit Nachhaltigkeitsspezialisten etabliert, erläutert Mathias Wilhelm, Leiter Securities bei UI.