Bei Investments in fossile Energieträger Basel IV könnte institutionellen Investoren in die Hände spielen

Sitz des Europaparlaments in Straßburg: Hier werden derzeit Vorschläge zu Basel IV erarbeitet, die der Bankenbranche nicht gefallen dürften.

Sitz des Europaparlaments in Straßburg: Politiker arbeiten hier derzeit in Rahmen von Basel IV an strengeren Eigenkapital-Regeln für Banken, die in fossile Energien investieren wollen. Foto: Imago Images / Dirk Sattler

Nachdem die Europäische Kommission bereits im vergangenen Herbst am Zug war, reichen derzeit der Europäische Rat und das Parlament ihre Änderungsvorschläge für die Basel-III-Finalisierung – auch Basel IV genannt – ein. Am 11. August ist dazu bereits ein rund 200-seitiger Katalog öffentlich geworden, der laut „Finanz-Szene“ Sprengstoff birgt. Banken sollen demnach nämlich sämtliche seit dem 1. Januar 2022 im Zusammenhang mit fossilen Energieträgern vergebenen Kredite mit einer Risikogewichtung von 1250 Prozent versehen.

Unterm Strich würde dies bedeuten, dass Europas Banken für jeden Euro, den sie der klassischen Energiewirtschaft neu zur Verfügung stellen, eben soviel Eigenkapital vorhalten müssen. Das Bestandsportfolio soll davon zwar unberührt bleiben, aber hier ist der Wert mit 150 Prozent ebenfalls hoch angesetzt. Den globalen Gesamtmarkt für Aktien, Anleihen und Kredite bei fossilen Energien schätzen Experten auf rund 3,6 Billionen US-Dollar weltweit. Fielen die Banken hier aus, könnten sich folgerichtig renditeträchtige Chancen auch für andere institutionelle Investoren offenbaren.

 

 

 


Wenig verwunderlich ist es, dass die Banken-Branche daran zweifelt, dass es so weit kommt. Zum einen gelte in der Basel-Regulierung das Prinzip, wonach sich die Eigenkapitalunterlegung von Krediten ausschließlich an den Ausfallrisiken bemessen sollte. Zum anderen soll der Vorschlag mit den 1250 Prozent bislang nicht sonderlich viele Unterstützer in Straßburg haben und wird unter anderem deshalb bislang lediglich als Handelsmasse angesehen. Ob die Zweifel vollkommen berechtigt sind, wird sich allerdings erst noch zeigen. Die Idee hat laut „Finanz-Szene“ Fürsprecher in der drittgrößten (Renew Europe) sowie viertgrößten (Grüne) Fraktion des Parlaments.