Erste Schätzung für 2018 Pensionsvermögen der Dax-30-Unternehmen gesunken

Thomas Hagemann ist Chefaktuar von Mercer Deutschland. | © Mercer

Thomas Hagemann ist Chefaktuar von Mercer Deutschland. Foto: Mercer

Der Barwert der Pensionsverpflichtungen der 30 Unternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax) ist im Jahr 2018 von 380,8 Milliarden auf etwa 368 Milliarden Euro gesunken. Das berichtet das Beratungshaus Mercer anhand eigener Schätzungen und aktueller Kapitalmarktinformationen.

Einerseits haben die Commerzbank und der Medienkonzern Pro Sieben Sat.1 den Aktienindex im vergangenen Jahr verlassen. Im Gegenzug hat die Deutsche Börde die Unternehmen Covestro und Wirecard neu in dem Index aufgenommen. Dadurch sank der Verpflichtungswert um 5,4 Milliarden auf 375,4 Milliarden Euro. Daneben haben weitere Effekte zur Veränderung der Pensionsverpflichtungen beigetragen. 

Zum Jahresende lag der Wert mit etwa 368 Milliarden Euro um gut 7 Milliarden Euro oder etwa 2 Prozent niedriger als der angepasste Vorjahreswert. Diese Reduzierung erklärt Mercer mit dem leicht gestiegenen Rechnungszins; dieser wird herangezogen, um die in der Zukunft liegenden Verpflichtungen auf die Gegenwart zu diskontieren. 

Auch Jahr zuvor sei der Rechnungszins bereits leicht angestiegen, ruft Mercer in Erinnerung. Die daraus resultierende Verringerung der Pensionsverpflichtungen fiel mit etwa 4 Milliarden Euro aber noch geringer aus. Von einer deutlichen Trendwende beim Diskontierungszins könne aber noch nicht gesprochen werden, erläutert Thomas Hagemann, Chefaktuar von Mercer Deutschland. Ohne eine Änderung beim Rechnungszins und ohne die Veränderung bei der Zusammensetzung des Dax wären die Verpflichtungswerte nahezu unverändert geblieben, weil Dienstzeit- und Zinsaufwand 2018 in etwa genauso groß gewesen seien wie die getätigten Zahlungen.

Anlagen unter Druck 

Die Veränderungen bei der Zusammensetzung des Dax haben auch Einfluss auf die Höhe des ausgewiesenen Pensionsvermögens, mit dem die künftigen Verpflichtungen finanziert werden sollen. Konkret sank das Pensionsvermögen um gut 6 Milliarden auf 251,9 Milliarden Euro. Aber auch schwache Ergebnisse in der Kapitalanlage schlagen sich in den Zahlen nieder: Laut Mercer ist das so angepasste Vermögen im Jahr 2018 weiter gesunken, was vor allem auf das vergangene Aktienjahr zurückzuführen sei. Bei Verlusten von -10 Prozent für europäische Aktien und -5 Prozent bei nordamerikanischen Aktien konnten auch die festverzinslichen Wertpapiere, die teilweise positiv rentierten, die Verluste nicht ausgleichen. Mercer schätzt, dass die Dax-30-Unternehmen im vergangenen Jahr mit ihren Pensionsvermögen drei Prozent Verlust erwirtschaftet haben.

Die Reduktion des Pensionsvermögens wäre jedoch noch größer ausgefallen, hätten die Unternehmen nicht Gelder in Ihre Pensionspläne nachgeschossen. Mercer schätzt, dass die Zuführungen etwa 3,5 Milliarden Euro über den Auszahlungen lagen. 

Ausfinanzierungsgrad ist stabil 

Die Dax-Konzerne haben ihre milliardenschweren Pensionsverpflichtungen im Durchschnitt bei weitem nicht ausfinanziert. Der Deckungsgrad der Pensionsverpflichtungen beträgt etwa 68 Prozent. Die Kennzahl ist gegenüber dem Vorjahr (69 Prozent) leicht gesunken, liegt aber laut Mercer im Vergleich zu den vorherigen Jahren immer noch auf überdurchschnittlichem Niveau. Im Vergleich zur restlichen Wirtschaft in Deutschland seien die Verpflichtungen der Dax-30-Unternehmen „sehr gut mit Pensionsvermögen bedeckt“, kommentiert Jeffrey Dissmann, Senior Investment Berater bei Mercer.