Erich Steinsdörfer vom DSZ „Das Treuhandsiegel wird die Professionalität deutscher Stiftungen erhöhen“

Erich Steinsdörfer, Geschäftsführer und Vorsitzender der Geschäftsleitung des Deutschen Stiftungszentrums DSZ | © Bussenius & Reinicke/Stifterverband

Erich Steinsdörfer, Geschäftsführer und Vorsitzender der Geschäftsleitung des Deutschen Stiftungszentrums DSZ Foto: Bussenius & Reinicke/Stifterverband

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private banking magazin.de: Was war die Motivation des Deutschen Stiftungszentrums , sich für das Treuhandsiegel zu bewerben?

Erich Steinsdörfer: Seit über 55 Jahren verwaltet der Stifterverband mit seinem DSZ – Deutschen Stiftungszentrum rechtsfähige und nicht-rechtsfähige Stiftungen. Die über 600 von uns betreuten Stiftungen verfügen insgesamt über ein Vermögen von über 2,5 Milliarden Euro. Über die Hälfte dieser Stiftungen sind Treuhandstiftungen.

Um das Vertrauen der Stifterinnen und Stifter zu erfüllen, stellen wir höchste Ansprüche an die Qualität und Transparenz unserer Arbeit. Vor diesem Hintergrund haben wir bereits 2009 eigene Grundsätze guter Stiftungsverwaltung entwickelt und setzen diese tagtäglich um. Die Auszeichnung mit dem Qualitätssiegel geht noch darüber hinaus. Denn die Verleihung des Qualitätssiegels bestätigt extern und fachkundig die gute Qualität unserer Treuhandstiftungsverwaltung.

Glauben Sie, dass sich das Treuhandsiegel zu einer Art Hygiene-Kriterium entwickeln wird – wer es nicht hat, kann keine Treuhand-Verwaltung anbieten?

Steinsdörfer: Das Qualitätssiegel wurde von dem Bundesverband Deutscher Stiftungen ins Leben gerufen, ein unabhängiger Ausschuss entscheidet über die Siegelvergabe. Damit ist klar: Als Stiftungstreuhänder mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet zu sein, ist besser, als es nicht zu tragen. Wir sind davon überzeugt, dass das Qualitätssiegel einen Beitrag dazu leisten wird, die Qualität, Professionalität und Transparenz im Bereich der Treuhandverwaltungen von Stiftungen zu erhöhen. Es dient damit der fortschreitenden Professionalisierung der Verwaltung von Stiftungsvermögen, auch über den Sektor der Treuhandstiftungen hinaus, wovon die gesamte Stiftungslandschaft profitieren wird.

Ist das Treuhandsiegel künftig bei Bestandskunden oder eher für die Akquise von Treuhand-Vermögen nützlich?

Steinsdörfer: Selbstverständlich wissen die von uns betreuten Stiftungen durch den intensiven Austausch um die hohe Qualität und Professionalität unserer Arbeit. Nichtsdestoweniger wird die Verleihung des Qualitätssiegels sicherlich als Bestätigung wahrgenommen – schließlich wird die Auszeichnung von einer unabhängigen Expertenjury verliehen.

Zudem wird das Qualitätssiegel bei der Gewinnung neuer Stiftungen helfen, denn es bietet Stifterinnen und Stiftern, die auf der Suche nach einem Treuhänder sind, Orientierung. Die Zahl der Stiftungstreuhänder ist, analog zum Stiftungsboom der vergangenen Jahre, stark gestiegen, so dass der Markt unübersichtlicher geworden ist. Insofern wird uns das Siegel hier helfen, glaubwürdig und überzeugend die Qualität unserer Verwaltung von Treuhandstiftungen zu kommunizieren.