Morning Crunch gehört zu den auffälligsten Neugründungen im deutschsprachigen Finanzmedienmarkt. Während viele Medienhäuser auf Websites, Apps und Social Media setzen, konzentrierte sich das Unternehmen von Beginn an auf einen Kanal, den viele bereits abgeschrieben hatten: den Newsletter.
Die Idee entstand während der Corona-Zeit. Paul Ostwald beobachtete, wie immer mehr junge Menschen über Smartphone-Broker und soziale Netzwerke an die Kapitalmärkte kamen, häufig jedoch ohne ausreichendes Verständnis für die Risiken ihrer Investments. Gemeinsam mit seinem Mitgründer wollte er Finanzinformationen verständlicher, zugänglicher und näher an der Lebenswelt dieser Generation vermitteln.
Der Erfolg gibt den Gründern recht. Heute erreicht Morning Crunch nach eigenen Angaben rund 200.000 Leser über verschiedene Newsletter-Angebote. Besonders bemerkenswert sind die Öffnungsraten, die deutlich über dem Branchendurchschnitt liegen. Statt nüchterner Börsensprache setzt das Team auf Humor, Wortspiele und eine bewusst lockere Tonalität.
Aus den ersten 47 Rappen Umsatz entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit ein wachsendes Medienunternehmen. Nach mehreren Finanzierungsrunden erwirtschaftete Morning Crunch zuletzt nach eigenen Angaben rund eine halbe Million Euro Jahresumsatz. Für Ostwald zeigt die Entwicklung vor allem eines: Wer junge Zielgruppen erreichen möchte, muss nicht zwangsläufig auf den nächsten Social-Media-Trend setzen. Manchmal reicht eine gute Geschichte, direkt im Posteingang.