Erben und Schenken Ab in den Familienpool

Erben und Schenken: Ab in den Familienpool

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Bloß kein Streit. 77 Prozent der künftigen Erben ist das besonders wichtig, wie aus einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Deutschen Bank hervorgeht (siehe Grafik links). Oft bleibt das allerdings ein Wunschtraum. Vor allem bei großen Vermögen gibt es oft Zoff. Bei jeder vierten Erbschaft mit einem Wert von 100.000 Euro und mehr streiten sich die Hinterbliebenen laut Institut für Demoskopie Allensbach. Je komplizierter die Familienverhältnisse, desto schwieriger ist es, alle Erben unter einen Hut zu bekommen.

Ein Beispiel: Herr G. (60) hat zwei erwachsene Töchter aus erster Ehe und drei minderjährige Töchter aus seiner jetzigen Ehe. Er ist sehr vermögend: Ihm gehören vier Mehrfamilienhäuser in Hamburg mit einem geschätzten Wert von 8 Millionen Euro und eine Villa in Blankenese im Wert von 2 Millionen Euro. Außerdem hat er noch Wertpapiere, Geld und sonstiges Vermögen in Höhe von 2 Millionen Euro.

Die größte Sorge von Herrn G.: Er möchte sein Vermögen, insbesondere die Immobilien, zusammenhalten und sicherstellen, dass nur die gewünschten Personen davon profitieren. Seine fünf Töchter sollen gleichbehandelt werden und künftig die Hauptnutznießer seines Vermögens werden. Seine aktuelle Frau soll außerdem hinreichend versorgt sein. Seine Exfrau aber soll unter keinen Umständen Zugriff auf sein Vermögen erhalten.

Aus steuerlichen Gründen möchte Herr G. seinen Töchtern außerdem schon jetzt nennenswertes Vermögen übertragen – allerdings ohne dass diese es verbrauchen können. Gleichzeitig will er jedoch die Kontrolle behalten und sein Vermögen auch künftig nach Belieben gestalten und umschichten. Seine Töchter sollen zwar durchaus zu einem bestimmten Zeitpunkt an das Vermögen herangeführt werden. Besonders große Angst hat Herr G. dabei aber vor den noch nicht existierenden künftigen Schwiegersöhnen. Diese sollen auf keinen Fall etwas vom Familienvermögen erhalten.

Denn das Vermögen soll dauerhaft, möglichst über Generationen, in der Blutlinie bleiben. Bei einem so umfangreichen Vermögen und diesen Zielen gibt es nur ein Instrument für Herrn G.: den Familienpool. Er gilt als Eier legende Wollmilchsau der Nachfolgegestaltung, weil er vor der Zerschlagung des Vermögens durch Erben, Gläubiger oder geschiedene Schwiegerkinder schützt und auch noch die Erbschaft- und Einkommensteuersituation optimieren kann. Ein Familienpool ist eine Gesellschaft, in der ein Großteil des Familienvermögens zusammengefasst wird. Man nutzt ganz bewusst alle Möglichkeiten des Gesellschaftsrechts zur Gestaltung, Strukturierung und Übertragung des Familienvermögens.

Kein Wunder, dass die Pools vor allem bei größeren Immobilienvermögen und privatem Kapitalvermögen besonders beliebt sind. Denn die Höhe der jeweiligen Zuwendung kann genau gesteuert werden, weil nicht Immobilien oder Bruchteile davon übertragen werden, sondern Gesellschaftsanteile. So können Schenkungen auf den Euro genau geplant werden. Nur die jeweiligen Beteiligungsquoten an der Gesellschaft ändern sich dabei.