Empfehlungen aus der Praxis Navigieren des Stiftungsvermögens in stürmischen Phasen

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2. Überblick verschaffen

In Phasen von erheblichen Marktverwerfungen ist es wichtig, den Überblick zu behalten. Konsolidierte Vermögensberichte geben Aufschluss, wie sich die Kursbewegungen auf die Entwicklung und die Allokation des Gesamtvermögens ausgewirkt haben. Eine Beurteilung der Anlageausrichtung (Exposure) gegenüber Währungen, Anlageklassen oder Gegenparteien auf dieser Ebene eröffnet zusätzlich zur Portfolioebene andere Perspektiven. Kompakte Berichte mit den wesentlichen Informationen sollen dem Vorstand rasch einen Überblick ermöglichen, um gegebenenfalls zeitnah Anpassungen vornehmen zu können.

3. Handlungsbedarf feststellen

Sobald die Unsicherheiten abnehmen und das Bild klarer wird, sollte die Entwicklung analysiert werden. Dabei sollte sich der Vorstand folgende Fragen stellen: Ist die Erfüllung des Stiftungszwecks langfristig gefährdet? Müssen Cash-Flow-Planungen angepasst werden? Wurden etwaige satzungsgemäße Vorgaben in Bezug auf die Vermögensverwaltung verletzt? Haben die Komponenten des Portfolios die erwarteten Ergebnisse geliefert? Ist die gewählte Strategie weiterhin geeignet, die Anlageziele zu erfüllen oder müssen Anpassungen vorgenommen werden?

4. Risikotransparenz herstellen

Nur wenn der Anleger seine Risiken kennt, kann er auch damit umgehen. Wir stellen bei unseren Analysen immer wieder fest, dass Produkte beziehungsweise Instrumente eingesetzt werden, die auf den ersten Blick zu einer falschen Risikoeinschätzung führen können. Anzuführen sind beispielsweise strukturierte Produkte mit komplexen Risiko- und Auszahlungsprofilen, Fonds die keinen Einblick in die Referenzwerte zulassen oder Anleihen, die mezzaninartiges Risiko darstellen, um nur einige zu nennen. Vermeiden Sie derartige Risiken. 

5. Schuldnerqualität bedenken