Pilotprojekt So will Acatis Investment die eigenen Fonds CO2-Neutral machen

Hendrik Leber, geschäftsführender Gesellschafter von Acatis Investment

Hendrik Leber, geschäftsführender Gesellschafter von Acatis Investment: „Nach unserem Kenntnisstand sind wir die ersten, die dieses Konzept anwenden, und es ist absolut revolutionär, weil wir damit unsere Investmentfonds vollständig, effektiv und kostengünstig klimaneutral machen können.“ Foto: Acatis Investment

Acatis Investment will vollständig die Treibhausgasemissionen – zunächst in zwei ausgewählten, später in weiteren Fonds – neutralisieren. Die Stilllegung von offiziellen, europäischen CO2-Emissionsrechten (European Allowances (EUAs)) ist demnach laut der Fondsboutique der einzig sichere Weg, den CO2-Ausstoß in Zukunft zu verringern. Die Logik dahinter:  mit weniger verfügbaren Emissionsrechten müssen Unternehmen CO2-Emissionen einsparen.

Ein bloßes Kaufen und Halten von EUAs in einem Portfolio dient demnach dem Klimaschutz nicht wirklich, da die Emissionsrechte irgendwann wieder verkauft und genutzt werden, um Emissionen zu legitimieren. Die Zertifikate-Plattform Cap 2 hat deshalb nach einjähriger Entwicklungsarbeit ein Konzept zur Verringerung von Treibhausgasen entwickelt, das die Fondsboutique nun in zwei Investmentfonds als Pilotprojekt implementiert hat. „Nach unserem Kenntnisstand sind wir die ersten, die dieses Konzept anwenden, und es ist absolut revolutionär, weil wir damit unsere Investmentfonds vollständig, effektiv und kostengünstig klimaneutral machen können“, sagt Hendrik Leber, geschäftsführender Gesellschafter von Acatis Investment.

Das Verfahren: Cap 2 berechnet anhand der Emissionsdaten eines Fonds den CO2-Fußabdruck des Portfolios. Acatis kauft anschließend für den Fonds so viele von einer Investmentbank entwickelte Dekarbonisierungsnotes, dass genau die doppelte Menge an Emissionen abgedeckt ist. Die eine Hälfte der europäischen CO2-Emissionsrechte wird über einen Zeitraum 
von fünf Jahren an die gemeinnützige Klimaschutz-Stiftung Climate Concept Foundation gestiftet.

 

 

 


Unter der Kontrolle von Cap 2 und der Stiftungsaufsicht legt die Hamburger Climate Concept Foundation diese gestifteten Emissionsrechte für immer still. Auf diese Weise sollen die Emissionsrechte effektiv und tatsächlich dem CO2-Emissionshandel entzogen und Emissionsreduktionen in gleicher Höhe erzwungen werden. Alle Emissionen, die der Aktionär in seiner Rolle als Eigentümer der gehaltenen Firmen verantwortet, werden auf diese Weise gekappt, das heißt durch erzwungene Einsparungen andernorts neutralisiert.

Die zweite Hälfte der Emissionsrechte verbleibt in der Dekarbonisierungsnote und soll durch Kurssteigerungen über einen Zeitraum von fünf Jahren die Kosten der Stilllegung ausgleichen. Durch die stetige Verknappung der europäischen Emissionsrechte wird nämlich mit einem
Preisanstieg dieser gerechnet.

Der Kauf der ersten Dekarbonisierungsnotes erfolgte für den Acatis Aktien Global Fonds und den Acatis Fair Value Modulor Vermögensverwaltungsfonds.