Konjunktur-Party in Fernost Asien-Fonds überzeugen mit Performance

Dale Nicholls (l.), Fondsmanager des Fidelty Pacific und Mark Mobius von Franklin Templeton

Dale Nicholls (l.), Fondsmanager des Fidelty Pacific und Mark Mobius von Franklin Templeton

Die Angst geht um in den Konzernzentralen deutscher Autobauer. Machen etwa Europa und die USA Ernst und pochen künftig auf das Einhalten strenger Grenzwerte bei Abgas und Verbrauch? Nein, viel schlimmer: Ausgerechnet der größte Hoffnungsträger der Kfz-Industrie schockte die Branche. China will eine verbindliche Quote für Elektroautos einführen.

Das heißt, dass die Hersteller künftig im Reich der Mitte entweder einen Teil ihrer Fahrzeuge ohne Verbrennungsmotor verkaufen oder aber ihre Produktion drosseln müssen. Details wie der Prozentsatz selbst sind noch nicht fix. Das lindert die Sorgen kaum, steckt die Entwicklung emissionsfreier Fahrzeuge hierzulande doch nach wie vor in den Kinderschuhen.

Und China hat sich in den zurückliegenden Jahren zu dem wichtigsten Markt der Autobranche gemausert. Nirgendwo sonst werden so viele neue Werke errichtet. Weltweit stimmen die Firmen ihre Produktion auf chinesische Vorlieben und Gesetze ab. Dass etwa die Motoren der Oberklasse schrumpfen, ist kein Zufall, sondern Chinas saftigen Steuern auf größere Hubräume geschuldet.

Während die Absatzmärkte in den Industriestaaten weitgehend ausgepresst sind, explodiert der Bedarf an motorisierter Fortbewegung in Fernost. Das spiegeln auch die erfolgreichen Aktienfonds mit asiatischem Anlageuniversum wider, bei denen kaum ein Portfolio ohne Titel der Automobilindustrie auskommt.

Die größte Position des Matthews Asia Dividend beispielsweise nimmt die chinesische Minth Group ein. 4,2 Prozent des Fondsvermögens hat das Management-Team in Titel des Autozulieferers investiert. Yu Zhang managt den 364 Millionen Euro schweren Fonds gemeinsam mit Robert Horrocks und Vivek Tanneeru. Die 1991 aus der Taufe gehobene Fondsgesellschaft Matthew Asia hat sich auf Fernost-Investments spezialisiert und verwaltet für ihre Kunden inzwischen mehr als 28 Milliarden Euro.

Selbst Investments in den schnell wachsenden asiatischen Automobilmarkt sind nicht risikolos und erfordern umfangreiches Investment-Know-how. Obwohl im dritten Quartal etwa die südkoreanische LG Chem zu den schwächsten Performern des Matthews Asia Dividend gehörte, bildet die Aktie des Konzerns mit 2,7 Prozent dennoch das drittgrößte Investment des Fonds. Das Chemieunternehmen gehört zu den wichtigsten Lieferanten von Lithium-Ionen-Batterien, die derzeit zum Betrieb von Elektro- und Hybridfahrzeugen noch unverzichtbar sind.

Die jüngste Kursschwäche sei nur akuten Problemen auf dem chinesischen Markt geschuldet, ist der Fondsmanager überzeugt. LG Chem leide unter Protektionismus und politischen Streitigkeiten zwischen der Volksrepublik und Südkorea. Zhang sieht aber gerade in solchen Rückschlägen Chancen für Kurssprünge: „Während die kurzfristige Unsicherheit zugenommen hat, bleiben wir zuversichtlich, dass das Geschäft mit den Batterien langfristig erfolgreich sein wird. Die derzeitigen Hürden in China werden auch wieder abgebaut.“

Wertentwickung unterschiedlicher Anlagestrategien von Asien-Fonds
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Quelle: Bloomberg

Geldflut in die Schwellenländer

Seine Anlagestrategie basiert auf der Analyse einzelner Unternehmen, er folgt also einem Bottom-up-Ansatz. Das hat in der Vergangenheit gut funktioniert: Auf Sicht von fünf Jahren hat der im August 2010 aufgelegte Fonds ein Plus von 84 Prozent erreicht. Der Aktienindex MSCI Asia Pacific konnte im gleichen Zeitraum lediglich um 66 Prozent zulegen.

Da der Fokus des Fonds auf fleißigen Dividendenzahlern liegt, entwickelt sich der Wert verhältnismäßig ruhig. Die Volatilität liegt mit 11,9 Prozent unter den 13,1 Prozent des Vergleichsmaßstabs.