Eiopa-Studie Europäische Pensionskassen setzen auf deutsche Anleihen

Eiopa-Hauptquartier aus Frankfurt am Main  – Staatsanleihen aus Deutschland sind in europäischen Pensionskassen besonders volumenstark vertreten.

Eiopa-Hauptquartier aus Frankfurt am Main – Staatsanleihen aus Deutschland sind in europäischen Pensionskassen besonders volumenstark vertreten. Bildquelle: Imago

In der Kategorie Staatsanleihen fließen die meisten Pensionsgelder der europäischen Institution der betrieblichen Altersversorgung (Iorps) nach Deutschland. Europäische Pensionsfonds legen nach wie vor am meisten Vermögen in Aktien und Staatsanleihen an. Das geht aus einer im September veröffentlichten Studie der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (Eiopa) hervor. 

2,69 Billionen Euro verwalteten europäische Pensionskasse laut Eiopa insgesamt im Jahr 2024. 40,3 Milliarden Euro an zukünftigen Pensionsgelder wurden von aktiven Arbeitnehmern eingezahlt.

Iorps investiert 678 Milliarden Euro in Staatsanleihen

Die größten Anlageklassen sind im Jahre 2024 Aktien und Staatsanleihen: 816 Milliarden Euro verteilten Investmentteams auf Aktien, 678 Milliarden Euro auf Staatsanleihen. Dem folgen Investmentfonds mit 604 Milliarden Euro und Unternehmensanleihen mit 406 Milliarden Euro.

 

Staatsanleihen belegen Platz zwei der volumenstärksten Assetklassen. Mit 128 Milliarden Euro investierten die Iorps-Manager in der Kategorie Staatsanleihen den größten Anteil in Deutschland. Der Anteil inländischer Staatspapiere beträgt rund 20 Prozent. An zweiter Stelle stehen französische Schuldtitel mit rund fünfzehn Prozent. Die USA folgen nach Frankreich auf Platz vier mit 58 Milliarden Euro, was einem Anteil von knapp neun Prozent entspricht.

USA und Niederlande bei Aktien vorn

Auf Platz eins des Rankings der Iorps-Anlageklassen befinden sich Aktien. Deutlich wird, dass US-amerikanische Firmen für die Vermögensverwaltung von Pensionskassen in Europa relevant bleiben. Mit 291 Milliarden stehen sie für rund ein Drittel der in Aktien angelegten Gelder. An zweiter Stelle folgen Anteilsscheine holländischer Firmen: Sie machen ein Fünftel des in Aktien eingesetzten Pensionsvermögens aus.

Die Hälfte der insgesamt 74,1 Millionen Mitglieder von Iorps sind Arbeitnehmer. Ein Drittel zahlen zwar nicht mehr in das Pensionssystem ein, aber beziehen noch keine Leistungen. Die übrigen fünfzehn Prozent sind Leistungsempfänger; in Summe 11,4 Millionen.

Eiopa ist eine EU-Finanzaufsichtsbehörde mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie wurde 2011 gegründet. Eiopa ist Teil des Europäischen Systems der Finanzaufsicht (ESFS) – gemeinsam mit der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA), der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) und dem Europäischen Ausschuss für Systemrisiken (ESRB). Sie berät die EU-Institutionen bei der Stabilität des Finanzsystems und schützt Versicherungsnehmer sowie Mitglieder von Pensionssystemen. Im April führte Eiopa den fünften Stresstest für Pensionsfonds durch. Das gesamte Faktenblatt finden Sie hier.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
Danke für Ihre Bewertung
Leser bewerteten diesen Artikel durchschnittlich mit 0 Sternen