Finanzstabilität Eiopa warnt vor Risiken durch Private Credit und Dollar-Schwäche

 Sitz der Aufsichtsbehörde Eiopa im Westhafen Tower in Frankfurt am Main.

Eiopa veröffentlicht den Bericht für Dezember 2025. Ihren Sitz hat die Aufsichtsbehörde im Westhafen Tower in Frankfurt am Main. Bildquelle: Imago Images / Dreamstime

Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa hat ihren Finanzstabilitätsbericht für Dezember 2025 veröffentlicht. Darin analysiert die Behörde Risiken für europäische Versicherer und Pensionsfonds in einem wirtschaftlich unsicheren Umfeld.

Versicherer bleiben trotz Risiken stabil

Trotz der schwierigen Lage zeigen sich Versicherer und Pensionsfonds weiterhin widerstandsfähig und gut kapitalisiert. Die Solvenzkapitalquoten liegen bei Lebensversicherern im Median bei 235 Prozent, bei Nichtlebensversicherern bei 214 Prozent und bei Kompositversicherern bei 218 Prozent. Die Finanzierungsquote der Pensionsfonds hat sich verbessert und liegt nun über 120 Prozent.

Private Credit im Fokus der Aufsicht

Ein Schwerpunkt des Berichts liegt auf Investitionen in Private Credit. Europäische Versicherer hielten Ende 2024 Private-Credit-Anlagen im Wert von 514 Milliarden Euro, was 5,1 Prozent der Gesamtanlagen entspricht. Bei Pensionsfonds belaufen sich die Engagements auf 128 Milliarden Euro oder 4,4 Prozent. Rund zwei Drittel entfallen auf Hypotheken und Kredite, gefolgt von nicht börsennotierten Unternehmensanleihen. Die Eiopa warnt vor höheren Kredit- und Liquiditätsrisiken, Bewertungsunsicherheiten und versteckter Hebelwirkung.

 

Dollar-Abschwächung birgt Risiken

Der Bericht untersucht zudem die Auswirkungen der US-Dollar-Abschwächung im Jahr 2025. Europäische Versicherer und Pensionsfonds hielten Ende 2024 zusammen rund 1,8 Billionen Euro in Dollar-Anlagen. Während Pensionsfonds Währungsrisiken typischerweise durch Derivate absichern, stehen Versicherer vor komplexeren Herausforderungen, da eine schwächere Währung sowohl Anlagen als auch Verbindlichkeiten und Rentabilität beeinflussen kann.

Weitere Themen des Berichts sind die globale Marktvernetzung, Cyberrisiken als potenzielle systemische Bedrohung sowie die Rolle von Künstlicher Intelligenz bei der Verstärkung bestehender systemischer Schwachstellen.

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