Eigenkapital bewahren Bafin und EZB rufen Banken zu Dividendenverzicht auf

Sitz der EZB in Frankfurt am Main: Die Europäische Zentralbank ruft Banken dazu auf, zunächst keine Dividenden auszuschütten.  | © imago images / Jan Huebner

Sitz der EZB in Frankfurt am Main: Die Europäische Zentralbank ruft Banken dazu auf, zunächst keine Dividenden auszuschütten. Foto: imago images / Jan Huebner

Um auch in schlechten Zeiten bestehen können, müssen Banken genügend Eigenkapital vorhalten. Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Verwerfungen als Folge der neuartigen Atemwegserkrankung Covid-19 appelliert die Bafin an Banken, zunächst keine Dividenden auszuschütten. „Wir erwarten, dass auch die Institute, die unter unserer direkten Aufsicht stehen, bis mindestens Oktober 2020 keine Dividenden zahlen oder Gewinne ausschütten“, so der oberste deutsche Bankenaufseher, Bafin-Exekutivdirektor Raimund Röseler. Damit bekräftigt die Bafin ihre Auffassung, dass Banken keine Dividenden und Gewinne ausschütten sollten. 

Zuvor hatte bereits die Europäische Zentralbank Geschäftsbanken dazu aufgerufen, während der Covid-19-Pandemie auf Dividendenausschüttungen und den Rückkauf eigener Aktien über die Börse zu verzichten. Vielmehr sollten die Finanzinstitute das Geld behalten, um damit einerseits Verluste als Folge der Corona-Pandemie abzufedern und andererseits Kredite an Haushalte und Unternehmen zu vergeben.

Die EZB rät Geldinstituten, für die Geschäftsjahren 2019 und 2020 keine Dividenden auszuschütten. Die Institute sollten mindestens bis zum 1. Oktober 2020 auf Ausschüttungen verzichten. Banken, die demnächst ihre Hauptversammlung abhalten werden und ihren Aktionären vorgeschlagen hatten, über Dividendenzahlungen abzustimmen, sollten dies zurückziehen, empfiehlt die EZB.