Auch neuer Risikochef ist gefunden Ehemaliger Private Banker soll Achleitner bei Deutscher Bank beerben

Alexander Wynandts, potenzieller neuer Vorsitzender des Deutsche-Bank-Aufsichtsrates

Alexander Wynandts, potenzieller neuer Vorsitzender des Deutsche-Bank-Aufsichtsrates: Der ehemalige Aegon-Chef soll Nachfolger von Paul Achleitner werden. Foto: Deutsche Bank

Die Deutsche Bank hat bei zwei wichtigen Personalien Klarheit geschaffen. Für die Nachfolge vom freiwillig scheidenden Aufsichtsratvorsitzenden Paul Achleitner schlägt der Nominierungsausschuss Alexander Wynaendts vor. Er soll dann unter dem Vorbehalt einer Zustimmung des Aufsichtsratsplenums bei der Hauptversammlung am 19. Mai 2022 in den Aufsichtsrat und später auch als Vorsitzender gewählt werden.

Wynaendts war von 2008 bis 2020 Vorstandsvorsitzender von Aegon und bekleidete dort bereits ab 1997 verschiedene Führungspositionen. In seiner Zeit bei Aegon sanierte er die Bank und verpasste ihr eine neue Strategie. So verschwanden die Marken Kames Capital und TKP Investments, stattdessen wurde das Asset Management entschlackt und kundenfokussierter aufgestellt, die Kapitalposition gestärkt und der Konzern in die schwarzen Zahlen geführt. Ähnliche Entscheidungen waren in den vergangenen Jahren bei der Deutschen Bank getroffen worden. Verantwortlich dafür war häufig auch der zwischenzeitlich unpopuläre Achleitner, der die Bank aber ebenfalls wieder in die schwarzen Zahlen führen konnte.


Begonnen hat Achleitners designierter Nachfolger Wynaendts seine Karriere im Private und Investmentbanking bei ABN AMRO. Außerdem sitzt Wynaendts in mehreren Aufsichts- und Verwaltungsräten, unter anderem bei Citigroup, Uber Technologies und Air France KLM. Er ist Mitglied des Beirats für Europa, den Nahen Osten und Afrika von Salesforce. Bank-Chef Christian Sewing kommentierte die Nominierung von Wynaendts: „Er verfügt über große Erfahrung in der Finanzbranche und ein hervorragendes Netzwerk, nicht nur in Europa, sondern auch global. Damit steht Alex Wynaendts für genau das, was auch die Deutsche Bank seit jeher ausmacht.“

Neben Wynaendts und Arbeitnehmervertreter Detlef Polaschek soll außerdem Norbert Winkeljohann stellvertretendender Aufsichtsratsvorsitzenden werden. Er ist bereits seit 2018 Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschen Bank. 

Risikochef-Posten ebenfalls geklärt

Neben der Achleitner-Nachfolge war bis zuletzt auch der Posten des Risikochefs vakant. Stuart Lewis, seit 2012 im Amt, hatte im März verkündet, dass er die Deutsche Bank verlassen möchte. Olivier Vigneron soll ihn nun ab Juni 2022 beerben. Bereits ab März wird er Generalbevollmächtigter.

Vigneron kommt von Natixis, der Investmentbank der französischen Sparkassen und Genossenschaftsbanken, bei denen er ebenfalls seit 2020 Risikochef war. Er begann seine Karriere bei Goldman Sachs und hatte in seinen über 20 Jahren in der Finanzbranche mehrere leitende Positionen im Handelsgeschäft und im Risikomanagement bei verschiedenen Banken wie der Unicredit, der BNP Paribas und J.P. Morgan inne.

Achleitner dankte Lewis und kommentierte den Zugang Vignerons: „Olivier Vigneron verfügt über eine hervorragende Expertise bei der Steuerung aller Risikoarten des Bankgeschäfts und wird eine große Bereicherung für das Führungsteam der Deutschen Bank sein.“