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Effizienz von ETFs Passiv ist das neue Aktiv

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Quelle: Bloomberg. Stand der Daten: 30.04.2018. Branchenrenditen auf Basis der MSCI USA Indizes.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen sind offenkundig. Tatsächlich zeigt eine Analyse der Daten, dass ein Unterschied von mindestens 20 Prozent bei den Branchenrenditen in 90 Prozent der Fälle auftritt. In 67 Prozent der Fälle beträgt der Unterschied mindestens 30 Prozent. Wenn Sie Branchen also geschickt auswählen, ergeben sich Chancen, Alpha zu generieren, ohne aktienspezifische Risiken eingehen zu müssen. Da inzwischen so viele Smart-Beta-ETFs verfügbar sind, liegt auch das Werkzeug für eine solche Strategie bereit.

Drittens ist der Kostenaspekt zu berücksichtigen. Gehen wir einmal davon aus, dass die durchschnittliche Gesamtkostenquote für aktive Aktienfonds bei 100 Basispunkten liegt. Vergleichen Sie diese Zahl mit dem iShares Edge MSCI USA Value ETF, der eine zugrunde liegende Gesamtkostenquote von nur 20 Basispunkten aufweist. Die USA sind ein effizienter Markt, und die Generierung von Alpha ist schwierig. Ein aktiver Manager muss jedoch jedes Jahr 80 Basispunkte an reinem Alpha generieren, um mit seinem passiven Pendant Schritt zu halten. Über mehrere Jahre gerechnet ist diese Zahl beträchtlich.

Viertens ist die Umsetzung zu berücksichtigen. Eines der Hauptprobleme von ETFs ist, dass ihre Liquidität eingeschränkt sein kann. Wenn wir aber physische statt synthetische ETFs einsetzen, spiegelt die Liquidität einfach die Liquidität des zugrunde liegenden Titels wider. Tatsächlich ermöglichen ETFs mit täglicher Liquidität eine effizientere zeitliche Steuerung und damit eine wirksamere Verwaltung des Portfolios als aktiv verwaltete Ucits-Fonds, bei denen sich die Abrechnungszeiträume unterscheiden können.

Die steigende Anzahl und zunehmende Granularität von ETFs haben also den Weg für eine neue Art des aktiven Managements geebnet. Es tun sich inzwischen Chancen zur Alpha-Generierung über passive Faktor- und Sektorstrategien auf, die es vor einigen Jahren noch nicht gegeben hat – zu einem Bruchteil der Kosten.

Und was ist mit Stockpicking? Wir bei der J.P. Morgan Private Bank verwenden nach wie vor die Stockpicker unter den Fondsmanagern, wenn wir der Ansicht sind, dass sie in bestimmten Marktsegmenten oder unter gewissen Bedingungen Mehrwert bieten können. Die Diversifikation von Alpha-Quellen ist weiterhin ein wichtiger Bestandteil unseres Ansatzes. Jedoch werden Anleger in Zukunft wohl selektiver, und Stockpicker könnten künftig eher Manager mit einer höheren angestrebten Alpha-Generierung als benchmarkorientierte Strategien begünstigen, mit Folgen für Risiko- und Ertragsschwankungen. Die Tage, in denen man durch passive Investitionen die Indexrenditen abzüglich der Kosten erhielt, sind vorbei. Tatsächlich kann man jetzt sagen: Passiv ist das neue Aktiv.


Über die Autoren:
Dr. Ulrich von Auer ist Leiter des Portfoliomanagements der J.P. Morgan Private Bank in Deutschland. Er betreut diskretionäre Mandate und steht Kunden beratend zur Seite.

Stewart Edginton ist als Portfoliospe­zialist bei der J.P. Morgan Private Bank in London beschäftigt. Er betreut vermögende Privatkunden und institutionelle Anleger in der EMEA-Region.