Nachhaltigkeit Earth Overshoot-Day: Die etwas andere Schuldenkrise

Die Erde und der Mensch. Ein mitunter schwieriges Verhältnis. | © Gettyimages

Die Erde und der Mensch. Ein mitunter schwieriges Verhältnis. Foto: Gettyimages

Die natürlichen Ressourcen, die der Planet Erde in zwölf Monaten hervorbringt, sind für dieses Jahr aufgebraucht. Das geht jedenfalls aus Berechnungen des Global Footprint Network (GFN) hervor, das weltweit Daten über Kohlenstoffdioxid-Ausstoß, Forst- und Landwirtschaft, sowie Fischerei zusammmenträgt und sie mit Durchschnittswerten der globalen Regenerationsfähigkeit vergleicht.

„Sieben Milliarden Menschen verbrauchen derzeit mehr als eineinhalb Planeten Erde liefern können“, warnen der WWF, Global 2000 und Greenpeace. „Verantwortlich für den Großteil dieser ökologischen Schulden ist allerdings nur ein Viertel der Weltbevölkerung“, fügt Wolfgang Pekny, Geschäftsführer des GFN, hinzu. Zur Mitte des Jahrhunderts sollen wir den Berechnungen zufolge dann bei zwei Erden angelangt sein.

Nach Angaben des WWF leben heute bereits 80 Prozent der Weltbevölkerung in Staaten mit einem Öko-Defizit; benötigen also mehr Ressourcen, als das eigene Hoheitsgebiet hervorbringen kann. Zu den Ausnahmen gehören Kanada, Brasilien und Schweden. Sie fragen netto weniger Ressourcen nach, als auf dem eigenen Territorium nachwachsen kann und tragen gewissermaßen den teuren Lebens- und Produktionsstil der übrigen 80 Prozent mit, so die Nichtregierungsorganisationen.

Den in der Summe größten ökologischen Fußabdruck hinterlässt China mit 2,7 sogennanten globalen Hektar (gha) pro Einwohner. Westeuropa und die USA liegen pro Kopf sogar weit darüber, kommen aber aufgrund der Bevölkerungszahlen nicht an Chinas Ressourcenhunger heran. Pro Kopf stellt die Erde derzeit rund 1,8 Hektar Nutzfläche zur Verfügung. Auf die verfügbaren Nutzflächen im Land selbst bezogen, müsste China gar rund zweieinhalb mal größer sein um den eigenen Ressourcenbedarf zu decken.

Den größten ökologischen Überschuss weist Schweden auf. Die Schweden hätten im Schnitt rund 10 gha pro Kopf mehr zur Verfügung, als sie derzeit verbrauchen.