Die KfW plant für Juni 2026 die Emission ihres dritten Kryptowertpapiers – und nutzt die Transaktion für einen bislang einzigartigen Belastungstest: Erstmals soll während der Laufzeit einer Blockchain-Anleihe sowohl der Registerführer als auch die zugrunde liegende technische Infrastruktur gewechselt werden. Konkret ist vorgesehen, den Kryptowertpapier-Registerführer von Cashlink auf die Dekabank zu übertragen und gleichzeitig die Polygon-Blockchain durch Swiat/Regulated Layer One (RL1) zu ersetzen.
Der Registerführer ist die Stelle, die das elektronische Wertpapierregister führt und damit rechtlich dokumentiert, wem das Wertpapier gehört – diese Aufgabe soll also in nun von dem Frankfurter Fintech Cashlink auf die Dekabank übergehen. Parallel dazu wechselt die technische Infrastruktur, auf der das Wertpapier geführt wird – von der öffentlichen Polygon-Blockchain auf SWIAT/RL1, eine regulierte Plattform, die speziell für institutionelle Finanzmarktanwendungen konzipiert wurde.
Die Emission ist die jüngste Etappe der seit 2022 laufenden Lernreise der KfW zur Digitalisierung des Finanzmarkts. Technische Basis bildet die Distributed-Ledger-Technologie (DLT). Ziel ist, gemeinsam mit Marktteilnehmern belastbare und skalierbare Strukturen für den gesamten Lebenszyklus eines Kryptowertpapiers nach dem Gesetz über elektronische Wertpapiere (eWpG) zu entwickeln.
KfW-Treasurer Tim Armbruster betonte die strategische Dimension: „Mit dem Fokus auf einen reibungslosen Austausch der Infrastrukturen und Standardisierung leistet die KfW einen wichtigen Beitrag zur Skalierbarkeit des DLT-basierten Finanzmarkts. Eine skalierbare digitale Infrastruktur ist entscheidend für eine signifikante Stärkung Europas mit Blick auf Wettbewerbsfähigkeit und digitale Souveränität."
Neben dem Infrastrukturwechsel testet die KfW neue Wege der Zahlungsabwicklung in Zentralbankgeld: Zum Emissionszeitpunkt kommt die Trigger Solution der Deutschen Bundesbank zum Einsatz, Zins- und Rückzahlungen sollen über die neue Pontes-Infrastruktur des Eurosystems abgewickelt werden, die im dritten Quartal 2026 an den Start geht.
Als Ankerinvestor beteiligt sich erneut Union Investment. Christoph Hock, Head of Tokenisation and Digital Assets bei Union Investment, verwies auf die Bedeutung des Ökosystems: „Für uns als Investor und im Interesse unserer Kundinnen und Kunden ist die Perspektive des gesamten Ökosystems essenziell – insbesondere spielt die Sekundärmarktliquidität eine entscheidende Rolle für die Skalierbarkeit digitaler Finanzinstrumente."
Begleitet wird die Transaktion von einem Bankenkonsortium aus Bankhaus Metzler, Dekabank, DZ Bank und LBBW. Die DZ Bank fungiert zudem als sammeleingetragene Inhaberin der Anleihe.