Das Bankhaus Donner & Reuschel schrumpft. Wie Vorstandssprecher Horst Schmidt der Börsen-Zeitung sagte, soll die Belegschaft in den kommenden drei bis vier Jahren von derzeit rund 570 auf etwa 500 Beschäftigte sinken – ein Abbau von gut 70 Stellen oder rund zwölf Prozent. Begleitet werden soll der Stellenabbau von Investitionen in Digitalisierung und Prozessoptimierung, für die das Institut in den kommenden zwei Jahren 15 Millionen Euro einsetzen will.
Hintergrund ist eine umfassende Neuausrichtung der Signal-Iduna-Banktochter nach einer schwierigen Phase. Die Immobilienmarktkrise im Zuge der EZB-Zinswende hatte das Institut hart getroffen: 2024 wies Donner & Reuschel einen Vorsteuerverlust von rund 18 Millionen Euro aus, nachdem eine Risikovorsorge von gut 60 Millionen Euro gebildet worden war. 2023 hatte die Signal Iduna 50 Millionen Euro in die Kapitalrücklage der Bank eingezahlt. Das mit dem Immobilieneinbruch entstandene „Loch im Boot" sei inzwischen geflickt, so Schmidt. Für 2025 stellt er ein positives Ergebnis in Aussicht.
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Das Bankhaus Donner & Reuschel schrumpft. Wie Vorstandssprecher Horst Schmidt der Börsen-Zeitung sagte, soll die Belegschaft in den kommenden drei bis vier Jahren von derzeit rund 570 auf etwa 500 Beschäftigte sinken – ein Abbau von gut 70 Stellen oder rund zwölf Prozent. Begleitet werden soll der Stellenabbau von Investitionen in Digitalisierung und Prozessoptimierung, für die das Institut in den kommenden zwei Jahren 15 Millionen Euro einsetzen will.
Hintergrund ist eine umfassende Neuausrichtung der Signal-Iduna-Banktochter nach einer schwierigen Phase. Die Immobilienmarktkrise im Zuge der EZB-Zinswende hatte das Institut hart getroffen: 2024 wies Donner & Reuschel einen Vorsteuerverlust von rund 18 Millionen Euro aus, nachdem eine Risikovorsorge von gut 60 Millionen Euro gebildet worden war. 2023 hatte die Signal Iduna 50 Millionen Euro in die Kapitalrücklage der Bank eingezahlt. Das mit dem Immobilieneinbruch entstandene „Loch im Boot" sei inzwischen geflickt, so Schmidt. Für 2025 stellt er ein positives Ergebnis in Aussicht.
Fokus auf Hamburg und München
Im Zuge der Neuausrichtung hat Donner & Reuschel die Zahl ihrer Geschäftsfelder auf drei halbiert. Strategische Schwerpunkte sind künftig das Private Banking und das Unternehmerkundengeschäft inklusive des nicht mehr separat geführten Immobiliengeschäfts, das Verwahrgeschäft (Asset Servicing) sowie die Betreuung mittelständischer institutioneller Kunden im Bereich Capital Markets. „Wir tanzen als kleine Institution auf zu vielen Hochzeiten", lautet Schmidts Bestandsaufnahme.
Den Fokus legt die Bank auf ihre beiden Hauptstandorte Hamburg und München. „In Hamburg und München sind wir relativ stark, wir müssen nicht erklären, wer wir sind„, sagt Schmidt. An beiden Standorten sei das Institut über Generationen verwurzelt – ein Vorteil, den die Bank im Wettbewerb gezielt nutzen will. „Diesen Vorteil im Wettbewerb wollen wir nutzen, und hier wollen wir einer der Marktführer sein.“
Mittelfristig strebt Schmidt eine Verbesserung der Profitabilität an: Die Cost-Income-Ratio soll von derzeit rund 80 Prozent in drei bis vier Jahren auf 65 Prozent sinken, die Eigenkapitalrendite auf zehn Prozent steigen. Bei einem Eigenkapital von 300 Millionen Euro peilt Schmidt ab 2028 Jahresergebnisse von mindestens 30 Millionen Euro an.
Signal Iduna unterstützt Neuausrichtung
Eine Fusion mit der ebenfalls in Hamburg ansässigen Warburg Bank schloss Schmidt unterdessen aus. Zwar hatte Donner & Reuschel Kredit- und M&A-Spezialisten sowie das Verwahrgeschäft von dem in einer Restrukturierung steckenden Institut übernommen, mit Philip Marx war zudem Anfang 2024 eine langjährige Warburg-Führungskraft in den Vorstand gewechselt. Aber eine Fusion von Warburg Bank und Donner & Reuschel stehe derzeit nicht auf der Agenda. Auch ein Verkauf der Bank durch die Signal Iduna sei kein Thema: „Signal Iduna unterstützt unsere Wachstumsambitionen.“
Horst Schmidt ist seit Oktober 2024 Vorstandssprecher von Donner & Reuschel und folgte damit auf Marcus Vitt. Der 60-Jährige war von 2004 bis 2017 Mitglied des Vorstands der Bethmann Bank, davon ab 2007 als Vorsitzender – insgesamt 13 Jahre für die Konzerngesellschaft der niederländischen ABN Amro. In dieser Zeit begleitete er mehrere M&A-Transaktionen, darunter den Erwerb des deutschen Private-Banking-Geschäfts der Credit Suisse im Jahr 2013 sowie die Übernahme des Deutschlandgeschäfts der LGT Bank im Jahr 2011. Nach seinem Ausscheiden war Schmidt unter anderem als Senior Advisor bei Arthur D. Little sowie als Partner bei Dr. Kraus & Partner tätig und begleitete als Transition Officer die Fusion von Bankhaus Lampe und Hauck & Aufhäuser. Frühere Stationen seiner Karriere waren die Hypovereinsbank, bei der er von 1991 bis 2004 verschiedene Führungspositionen innehatte, sowie die Westdeutsche Landesbank, für die er von 1984 bis 1991 tätig war.