Horst Schmidt übernimmt ab dem 1. September den Vorstandsvorsitz von Donner & Reuschel – vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsbehörden. Damit hat die Privatbank einen Nachfolger für Marcus Vitt gefunden, der die Bank nach 22 Jahren im Vorstand Ende September verlässt.
Schmidt hatte zuletzt nicht mehr operativ in der Bankenbranche gearbeitet, sondern war bei der Unternehmensberatung Arthur D. Little als Senior-Berater für Finanzdienstleister tätig. In dieser Position verfasste er unter anderem auch Fachbeiträge für das private banking magazin.
Gleichwohl kann Schmidt schon jahrelange Erfahrung im Bankensektor vorweisen: Schmidt arbeitete in Führungspositionen bei der Westdeutschen Landesbank und der Hypovereinsbank, war Geschäftsführer der ABN-Amro-Gruppe Deutschland und Vorstandsvorsitzender der Bethmann Bank, außerdem begleitete er die Fusion von Hauck & Aufhäuser und dem Bankhaus Lampe als Transition Officer. Der gelernte Bankkaufmann und Certified Private Wealth Manager hat in Paris einen Executive Master Change Management absolviert.
„Als dynamische und moderne Privatbank werden wir basierend auf einem klaren Wertegerüst mit Menschlichkeit, Kundenfokus, Qualitätsorientierung und Lernfähigkeit die Wachstumspotentiale der Bank systematisch weiterentwickeln“, erklärt Schmidt in einer Pressemitteilung. Wichtig sei ihm, dass der Erfolg im Team entstehe.
Schmidt begleitete in der Vergangenheit Transformationen im Private Banking
Donner & Reuschel unterhält Niederlassungen in Hamburg, München, Bremen, Kiel, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Stuttgart und ist auch im Private Banking tätig. Die Bank verwaltetet ein Vermögen von rund 29,2 Milliarden Euro. Gegründet wurde das Bankhaus als Conrad Hinrich Donner Bank bereits 1798. Im Jahr 1990 kam die Signal-Iduna-Gruppe als Aktionär hinzu. Seit der Fusion mit dem Münchner Bankhaus Reuschel & Co. im Jahr 2010 firmiert das Traditionshaus als Donner & Reuschel und beschäftigt heute rund 600 Mitarbeitende – der scheidende Vorstandssprecher Vitt hatte die Bank unter anderem durch die Fusion mit Reuschel & Co. gelotst.
Auch Schmidt sammelte bei seinen vorherigen Stationen Erfahrungen in der Transformation und Fusion von Bankhäusern, etwa beim Zusammenschluss von Hauck & Aufhäuser mit dem Bankhaus Lampe. Rund um Donner & Reuschel hatte es zuletzt auch Fusionsgerüchte gegeben. Angeblich hätten die Privatbank respektive die Signal-Iduna-Gruppe als Eigner der Bank Interesse an einer Übernahme der Warburg-Gruppe. Diesen Gerüchten erteilte ein Sprecher gegenüber dieser Redaktion aber damals eine deutlich Absage.