Digitale Vermögensverwaltung Elinvar-Chef gibt Robo Advisors kaum Chancen

Gründer und Chef des Berliner Fintechs Elinvar: Chris Bartz

Gründer und Chef des Berliner Fintechs Elinvar: Chris Bartz

Der Chef des Berliner Spezialdienstleisters Elinvar, Chris Bartz, sieht unabhängige Vermögensverwalter und Privatbanken für die digitale Vermögensverwaltung am besten aufgestellt. Von den zahlreichen Fintechs dürften aber nur ein oder zwei Bestand haben, so der Experte für digitales Banking im Gespräch mit der Börsen-Zeitung (Mittwochsausgabe).

Etablierte im Vorteil

Für die etablierten Anbieter sei die Digitalisierung eine Chance, weil sie ihre bestehende Expertise dadurch noch fokussierter anbieten könnten. Besonders bislang nur regional tätigen Vermögensverwaltern böte der Wandel die Möglichkeit, ihre Einzugsgebiete zu erweitern. Generell seien seien etablierte Marktakteure im Vorteil, da bei Ihnen in der Anlage schon bewährte Expertise vorhanden sei.

Die Situation der Fintechs, die den Markt erschlossen haben, vergleicht der Elinvar-Gründer mit der des Handels nach dem Erstarken von Amazon. So laufe es beispielsweise für einige wenige Maßschneider gut, während es für große Häuser wie Karstadt oder Kaufhof schwierig sei. Dementsprechend werde es nur ein oder zwei Fintechs geben, die sich in die Reihe der relevanten Online-Vermögensverwalter eingliedern könnten.

Als Beispiel für erfolgversprechende Modelle nennt Bartz die Kooperation der Haspa mit dem Fintech Investify oder die seines Hauses mit dem Bankhaus M.M.Warburg & Co, den Warburg Navigator. Während sich Elinvar dabei auf die Digitalisierung konzentriere, könne Warburg mit Anlageexpertise und starker Positionierung bei Kunden punkten.

Gegründet im Oktober vergangenen Jahres, bietet Elinvar vor allem mittelständischen Vermögensverwaltern und Privatbanken die digitale Plattform, um Vermögen auch online managen zu können. Ausgestattet mit der 32-KWG-Lizenz kümmert sich das Berliner Start-up dabei auch um regulatorische Anforderungen.

Das Angebot von Elinvar erlaubt es Nutzern, die Oberfläche durch eigene Logos an das jeweilige Corporate Design anzupassen. Geld verdienen die Berliner durch einen Teil der Gebühren aus der Vermögensverwaltung, die die Kunden an die Vermögensverwalter zahlen.