Digitale Vermögensverwalter Countdown beim Fintech Investify

Sebastian Hasenack (li.) und Christian Kratz von Investify

Sebastian Hasenack (li.) und Christian Kratz von Investify

Das Fintech Investify mit Sitz in Luxemburg steht kurz vor Abschluss seiner Pilotphase. Läuft weiter alles nach Plan, wird der digitale Vermögensverwalter am 10. Dezember den regulären Geschäftsbetrieb aufnehmen.

Den Unterschied im Wettbewerb mit anderen Fintechs soll das Luxemburger Gegenstück zur 32-KWG-Lizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistung (Bafin) machen, über das Investify verfügt. So sind Startups, die als Finanzanlagenvermittler nach Paragraf 34f GewO (Gewerbeordnung) über das Internet standardisierte Anlagelösungen vertreiben, zahlreich am Markt. Die Zahl derer mit einer Lizenz zur Finanzportfolioverwaltung ist mit Vertretern wie Scalable Capital, Whitebox oder nun Investify jedoch noch recht überschaubar.

Ab 5.000 Euro Anlagesumme

Ausgestattet mit der Luxemburger Zulassung verspricht Investify Kunden individuelle Vermögensverwaltung, wie sie bislang Vermögenden vorbehalten war, in einem komplett digitalen Prozess ab einer Anlagesumme von 5.000 Euro. Christian Kratz, einer der beiden Gründer und Geschäftsführer des Startups, spricht von einer „Millionärsdienstleistung für Jedermann“.

„Wir haben uns bewusst für eine Luxemburger Lizenz entschieden, da bei ihr zum einen die hohen Abgaben für die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) entfallen. Zum anderen bietet sie die passende Grundlage für unser Ziel, in andere europäische Länder zu expandieren“, sagt Kratz. Dabei zeigt man sich auch für Kooperationen offen: Das Interesse von Banken, das Investify-Modell bei sich zu integrieren, sei da, so Kratz.

Das Investify-Angebot besteht im Kern aus globalen Aktien-ETFs. Darüber hinaus können Anleger in Branchen und Themen investieren, die ihren Vorlieben entsprechen oder die sie für besonders aussichtsreich halten – etwa Nachhaltigkeit, Gold, Dividenden oder die Zugpferde der deutschen Wirtschaft. Dabei können auch aktive Fonds zum Einsatz kommen, sofern sie Chancen auf höhere Renditen eröffnen. Über eine App können Kunden ständig alle Informationen einsehen oder Anlageentscheidungen treffen.

Erfahrene Gesellschafter

Erfahrung für ihr Vorhaben bringen die vier Gründer und Geschäftsführer des Fintechs von zwei etablierten Unternehmen mit, die beide seit 1999 am Markt sind und jeweils 25 Prozent an Investify halten: Es sind zum einen der Düsseldorfer Vermögensverwalter Rhein Asset Management, der gegenwärtig rund eine Milliarde Euro an Kundengeldern betreut. Zum anderen die Softwareschmiede Aixigo aus Aachen, deren Produkte bei verschiedenen Sparkassen und Banken zur Anwendung kommen.

Kratz, Mitgründer und ehemaliger Geschäftsführer von Rhein Asset Management, ist bei Investify für das Risiko- und Partnermanagement zuständig. Sein Mitstreiter Sebastian Hasenack, verantwortlich für das operative Portfoliomanagement des Startups, war bei Rhein Asset Management als Fonds- und Vermögensmanager tätig. Christian Friedrich und Tobias Haustein, beide Mitgründer und Vorstände von Aixigo, werden sich um den Betrieb der Investify-Plattform beziehungsweise die Beratungsprozesse und regulatorische Anforderungen kümmern.