Niedrigzins und Inflation „Diese Bausteine machen das Stiftungsportfolio zukunftssicher“

Bernhard Matthes

Bernhard Matthes: Der Asset Manager will Stiftungsportfolios robuster und somit zukunftssicherer gestalten Foto: BKC

Die Geldschwemmen der Notenbanken, gepaart mit den Konjunkturmaßnahmen der Staaten, lassen die Wahrscheinlichkeit einer künftig erhöhten Inflation steigen. Davon wären Stiftungen besonders betroffen, da sie regelmäßig ausschüttbare Erträge benötigen und den Kapitalstock wahren müssen. Ihre Portfolios sind historisch gesehen stark Anleihe-lastig. Rentenquoten von 70 Prozent oder mehr machen sie fragil gegenüber einer erhöhten Inflation. Ein Kaufkraftverlust auf breiter Basis würde die mit dem Stiftungszweck verbundenen Kostensteigerungen enteilen lassen, während die Erträge nicht mithalten könnten und der Substanzerhalt gefährdet wäre.

Bereits im vergangenen Jahr mussten Investoren feststellen, dass klassische Anleihen ihre Grundfunktionen eingebüßt haben: Bonitätsstarke Anleihen liefern seit Jahren keinen angemessenen Ertrag mehr und konnten während der Corona-bedingten Marktverwerfungen im März 2020 auch ihre vorgesehene Schutzfunktion nicht mehr erfüllen.

Ein modernes Mischportfolio sollte daher einen geringeren Anteil von Nominalwerten beinhalten, dafür Sachwerte stärker einbeziehen und an marktunabhängigen Risikoprämien teilhaben. Dementsprechend wurde beim Stiftungsfonds BKC Treuhandportfolio der Rentenanteil mehrfach abgesenkt. Ähnlich seiner Vorbilder, den Stiftungsfonds der US-Universitäten, wie Harvard oder Yale, geht der Fonds über den traditionellen Aktien-Renten-Mix hinaus auch in alternative Vermögenswerte, die nicht oder nur gering mit dem Aktien- oder Zinsrisiko in einer Wechselbeziehung stehen.

Um das Stiftungsvermögen robuster gegenüber Inflationsüberraschungen auszurichten, stehen Stiftungen in erster Linie folgende Portfoliobausteine zur Verfügung.

  • Gold verspricht Schutz vor systematischer Instabilität, Negativzinsen und vor Inflation. Solange der Rausch des billigen Geldes anhält, bleibt der Goldpreis unterstützt. Aber auch falls die Inflation nicht eintritt und sich stattdessen „japanische Verhältnisse“ einstellen – also anhaltend kein Wachstum, keine Inflation, kein Zins – würde ein solches Umfeld dauerhaft expansive Maßnahmen von fiskalischer und monetärer Seite heraufbeschwören und dem Goldpreis wohl Aufwind verleihen. Eine Kosten-Nutzen-Analyse verkennt freilich nicht, dass Gold zulasten der ausschüttungsfähigen Erträge geht, doch gewährt es zuverlässig den Kaufkrafterhalt. Seit Euroeinführung bis Ende 2020 hat Gold einen jährlichen Wertentwicklungsbeitrag von cirka 10 Prozent beigetragen und so den durch Geldmengenausweitungen hervorgerufen Kaufkraftverlust verlässlich ausgeglichen.