Geschäftsjahr 2020 Diese 33 Lebensversicherer haben ein negatives Zinsergebnis

Geld mit Garantieschutz

Geld mit Garantieschutz: Die Versicherungsberater von Zahl & Recht haben für eine aktuelle Analyse die Kapitalanlagen deutscher Lebensversicherer untersucht. Foto: Christoph Meinersmann / Pixabay

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33 von 81 Lebensversicherern hierzulande erzielten zuletzt nicht mehr genug Rendite am Kapitalmarkt, als für die Garantieversprechen an die Kunden notwendig gewesen wäre. Das geht aus einer aktuellen Auswertung von Zahl & Recht hervor. Die unabhängige Versicherungsberatungsgesellschaft mit Sitz in Vechta hat sich darauf spezialisiert, Lebens- und Rentenversicherungen zu überprüfen und zu bewerten. Aktuell untersuchten die Branchenanalysten die Berichte für das Geschäftsjahr 2020, in denen alle deutschen Lebensversicherer laut Mindestzuführungsverordnung ihre Ertragsquellen einmal im Jahr offenlegen müssen.

Finanzielle Schieflage verschärft sich

Die finanzielle Situation vieler Lebensversicherer wird demnach zunehmend kritisch. Bereits im Geschäftsjahr 2019 hatten alleine 24 deutsche Lebensversicherer ein negatives Zinsergebnis und konnten dementsprechend nicht mehr genügend Kapitalerträge erwirtschaften, um die versprochenen Garantiezinsen zu decken. Damals fehlten den Versicherern zusammen rund 750 Millionen Euro.

Die aktuellen Berichte zeigen, dass bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020 den betroffenen Versicherern insgesamt mehr als eine Milliarde Euro fehlten, um die Rechnungszinsverpflichtungen erfüllen zu können. Das entspricht einer Steigerung von etwa 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Diese 33 Lebensversicherer sind betroffen

Im Geschäftsjahr 2020 konnten 33 von 81 deutschen Lebensversicherern nicht die benötigten Kapitalerträge erzielen, um die Garantiezinsen der Kunden zu decken. Die folgenden Lebensversicherer waren davon betroffen: 

Angaben in Euro Quelle: Zahl & Recht GmbH

2020 waren 17 Versicherer noch nicht dabei

Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019 konnten 17 weitere Lebensversicherer nicht mehr genügend Kapitalerträge erzielen, um ihre Garantiezinsversprechen zu decken. Das waren:

  • Axa
  • Barmenia
  • Bayern-Versicherung
  • Deutsche Ärzteversicherung
  • DEVK Allgemeine
  • Europa
  • Itzehoer
  • LVM
  • Nürnberger
  • Öffentliche Berlin Brandenburg
  • PB
  • R+V a.G.
  • R+V AG
  • Targo
  • Volkswohl-Bund
  • WGV
  • Ergo Vorsorge

8 Versicherer 2020 nicht mehr dabei

Bei einigen Lebensversicherern hat sich die Situation im Geschäftsjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr entspannt. Zusätzlich ist die Rheinland nicht mehr dabei, da ihr Bestand inzwischen von der Credit Life geführt wird. 2019 zählten sie alle noch zu dem Kreis der 24 betroffenen Versicherer, bei denen die Garantiezinsverpflichtungen größer waren als die Kapitalerträge. Bei den sieben Versicherern, bei denen sich die Situation entspannt hat, handelt es sich um:

Angaben in Euro Quelle: Zahl & Recht GmbH

Weniger Überschüsse durch Zinsergebnis

Die Versicherer können seit dem Inkrafttreten des Lebensversicherungsreformgesetzes ein negatives Zinsergebnis mit einem positiven Risikoergebnis oder einem positiven übrigen Ergebnis ausgleichen. Im Ergebnis erhalten die Kunden dann einfach weniger Überschüsse. Lebens- und Rentenversicherungen werden damit noch unattraktiver als Geldanlage.

Zinsergebnis nicht einziges Kriterium

Versicherungsnehmer sollten den Ertragskennzahlen nach Ansicht der Studienautoren nicht zu viel Gewicht beimessen. Neben dem Zinsergebnis gebe eine Vielzahl von weiteren Kriterien wie beispielsweise die Solvenzquote, die Höhe der Bewertungsreserven und die Höhe der Rückstellungen für Beitragsrückerstattung die für die Bewertung der Solvenz einer Versicherungsgesellschaft relevant sind. Allerdings kann das Zinsergebnis einen ersten Hinweis auf die finanzielle Verfassung des eigenen Versicherers geben.

Daten zu den anderen Lebensversicherern:

Angaben in Euro Quelle: Zahl & Recht GmbH