Die 300 weltweit größten Pensionsfonds erreichten 2024 einen neuen Rekordwert von 24,4 Billionen US-Dollar hinsichtlich ihres verwalteten Gesamtvermögens. Das ist ein Ergebnis aus dem diesjährigen „Global Top 300 Pension Funds” des Thinking Ahead Institute in Zusammenarbeit mit Pensions & Investments, einer US-amerikanischen Investmentpublikation
Der diesjährige Gesamtwert bricht den bisherigen Rekord von 23,6 Billionen US-Dollar aus dem Jahr 2021, bevor es 2022 zu einer Marktkorrektur kam. Da die jüngste Erholung jedoch Rekordwerte erreichte, verlangsamte sich das Wachstum leicht und stieg 2024 um 7,8 Prozent gegenüber 10 Prozent im Vorjahr. Bei der vorherigen Erhebung wurden 22,6 Billionen verwaltet.
Auch die Konzentration hält an. Zum ersten Mal überstieg das Gesamtvermögen der 20 weltweit führenden Pensionsfonds 10 Billionen US-Dollar und stieg gegenüber dem Vorjahr um 8,5 Prozent auf 10,3 Billionen US-Dollar. Diese 20 führenden Fonds wuchsen schneller als weiteren 290 Pensionsfonds und machen nun 42,4 Prozent des Gesamtvermögens aus.
Neuer Spitzenreiter und KI
Alle zehn Top-Ten-Fonds gaben an, ihre Expertise im Bereich der künstlichen Intelligenz auszubauen, wobei neun die Einführung von Technologien im Portfoliomanagement als strategische Priorität hervorhoben und KI sowohl als Risiko als auch als Chance betrachteten. Gleichzeitig nannten neun Pensionsfonds Volatilität und Unsicherheit als Hauptsorgen, wobei auch die Inflation als ein wichtiger Faktor für die Aussichten für das Jahr hervorgehoben wurde.
An der Spitze der Tabelle wurde Japans Government Pension Investment Fund (GPIF) nach mehr als 20 Jahren an der Spitze vom norwegischen Government Pension Fund überholt. Der norwegische Government Pension Fund verfügt über ein Gesamtvermögen von 1,77 Billionen US-Dollar und ist damit um 6,9 Prozent größer als der ehemalige weltweite Spitzenreiter.
„Im vergangenen Jahr erreichten die Pensionsvermögen ihren bisher höchsten Stand, nachdem sie nach dem bisherigen Rekord von 2021 mehrere Jahre lang nur ein verlangsamtes Wachstum verzeichnet hatten“, ordnet Jessica Gao, Direktorin des Thinking Ahead Institute, die Erkenntnisse der Studie ein.
Die größten 20 Fonds sind:
Die Top-20 legen laut Studie im Schnitt 53,2 Prozent in Aktien an. Fixed Income kommt auf 28,8 Prozent, Alternatives auf 18 Prozent.Bemerkenswert: Allein 150 Fonds kommen aus den USA. Sie stehen für 47,2 Prozent des Gesamtvermögens. Der Asia-Pazifik-Raum kommt auf 25,5 Prozent, Europa auf 23,7 Prozent.
Erster Fonds aus Deutschland auf Rang 37
Der größte deutsche Vertreter in den Top 300 ist die Bayerische Versorgungskasse auf Platz 37 mit rund 121 Milliarden US-Dollar an verwalteten Vermögen. Ansonsten schaffen es nur die VBL (Platz 151, 39,6 Milliarden US-Dollar), die BVV (Platz 168, 35,5 Milliarden US-Dollar), Daimler (Platz 250, 22,8 Milliarden US-Dollar) und die BWVA (Platz 283, rund 22,1 Milliarden US-Dollar) in die Liste.
„Die Pensionsfonds bewegen sich in einem zunehmend komplexen Umfeld. Makroökonomische Volatilität, geopolitische Veränderungen und konzentrierte Marktrisiken verändern die Renditeerwartungen. Die aktuelle Situation hat selbst gut diversifizierte Portfolios auf die Probe gestellt und die Schwierigkeiten des heutigen Anlageumfelds deutlich gemacht. Gleichzeitig sehen sich die Fonds mit anspruchsvolleren Beziehungen zu ihren Stakeholdern konfrontiert, von Aufsichtsbehörden über Sponsoren bis hin zu Mitgliedern, die alle höhere Erwartungen an die Verwaltung der Renten stellen. Diese sich überschneidenden Herausforderungen erhöhen die Verantwortung der Treuhänder und machen eine starke Governance wichtiger denn je“, ergänzt Gao.
Beitragsorientierte Fonds wachsen weiter, doch die Herausforderung, Ersparnisse in ein sicheres lebenslanges Einkommen umzuwandeln, bleibe laut Studienautoren bestehen. Viele Fonds suchen nach neuen Wegen, aber Stabilität, Angemessenheit und Erschwinglichkeit sind in unterschiedlichen regulatorischen und sozialen Kontexten schwer in Einklang zu bringen.
Technologie ist eine weitere Kraft. Viele Fonds stocken ihre Budgets für digitale Lösungen auf, um die Aufsicht, das Risikomanagement und die langfristige Entscheidungsfindung zu stärken. Insbesondere KI entwickelt sich zu einem Wegbereiter und einer neuen Risikoquelle, die eine sorgfältige Governance und strenge Kontrollen erfordert.