Die sechste Welle Wo befinden wir uns im Kondratjew-Zyklus?

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Die 12 neuen Kondratjew-Wellenreiter

2013 hat das McKinsey Global Institute eine große Studie zu disruptiven Technologien und ihren potenziellen Auswirkungen vorgestellt. Selbst wenn ich nicht alle Ergebnisse dieser Untersuchung vollständig teilen kann, so halte ich die angewandte Kategorisierung von Zukunftstechnologien für sehr aussagekräftig und möchte sie hier übernehmen:

  1. Mobiles Internet: Zunehmend kostengünstigere und leistungsfähigere mobile Computersysteme verbessern die Konnektivität und ermöglichen damit immer weitergehende Anwendungen.

  2. Internet of Things: Verknüpfung eindeutig identifizierbarer physischer Objekte (Things) mit der virtuellen Repräsentation in einer Internet-ähnlichen Struktur. Dies wird ermöglicht durch eine Vielzahl von Sensoren zum Datensammeln sowie Miniaturrechentechnik zum Auswerten.

  3. Cloud-Technologie: Auslagerung von Computer-Hardware und -Software über das Internet.

  4. Autonome Fahrzeuge: Fahrzeuge, die sich selbstständig fortbewegen, entweder völlig autonom oder nur noch vom Menschen überwacht.

  5. Intelligente Software: Software, die auch komplexe und unstrukturierte Aufgaben bearbeiten, lernen, kreativ Lösungen erarbeiten sowie Werturteile abgeben kann.

  6. Intelligente Roboter: Zusammen mit verbesserter Sensortechnik stellen intelligente Roboter die Hardwareanwendung von intelligenter Software dar, also Roboter, die selbstständig in der Lage sind, komplexe Zusammenhänge zu analysieren und autonom Handlungen auszuführen.

  7. Genomik: Anwendung von Big Data auf die Gen-Sequenz-Analyse, synthetische DNA.

  8. 3D-Druck: kostengünstige Herstellung von komplexen und auf individuellen Anforderungen basierenden Produktionsteilen.

  9. Neue Materialien: neuartige Werkstoffe, die gegenüber den bisher üblichen weit verbesserte Materialeigenschaften haben.

  10. Energiespeicher: kostengünstige und leistungsfähige Energiespeicher.

  11. Erneuerbare Energien: stark in der Effizienz verbesserte Technologien der Stromgenerierung, die eine Energiegewinnung aus erneuerbaren Energiequellen ohne Förderung durch Subventionen ermöglichen.

  12. Neue Fördertechnologien: effizientere Verfahren zur Förderung von Rohstoffen, welche die Ausbeutung von bisher nicht wirtschaftlich erschließbaren Vorkommen erlauben.

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Zwar ist es derzeit noch nicht möglich, abzuschätzen, wie erfolgreich die einzelnen Technologien tatsächlich sein und welche Unternehmen hiervon am meisten profitieren werden. Klar ist aber, dass noch nie in der Wirtschaftsgeschichte ein so umfangreiches und vielfältiges Spektrum an potenziellen Basistechnologien in den Startlöchern stand. Und viel konkreter als die Gewinner der zukünftigen Entwicklungen zeichnen sich die potenziellen Verlierer ab: die Repräsentanten der alten Technologien, die im nun anstehenden Prozess der kreativen Zerstörung verdrängt werden.

Entscheidend für den zukünftigen Anlageerfolg wird eine möglichst frühzeitige Vermeidung von Unternehmen sein, denen der strukturelle Niedergang bevorsteht. Ihnen entzieht der technische Fortschritt entweder die Geschäftsgrundlage, ähnlich wie er es früher mit Hufschmieden, Kesselflickern oder Fassmachern gemacht hat; oder er sorgt für schmerzhafte und kostspielige Anpassungsprozesse, wie im vergangenen Jahrhundert bei der Textilindustrie oder Konsumelektronik.

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