Schweizer Branchenumfrage Die größten Karrierechancen in der Finanzbranche

System mit Reitern, um Dokumente zu ordnen. Auf einem gelben Zettel steht "Bonuses".

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Schweizer Banker blicken positiv in die Zukunft. Die Berufsaussichten in der Finanzbranche schätzen mehr als elf Prozent als „sehr gut“ ein und rund 56 Prozent als „gut“. Das geht aus einer jährlich stattfindenden Umfrage des Swiss Finance Institute gemeinsam mit finews.ch und der PR-Agentur Communicator zu den Berufsaussichten in der Schweizer Finanzbranche hervor.

Das Prestige der Branche habe sich damit gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert. Vor zehn Jahren hätten nur zwei Prozent die Berufsaussichten als „sehr gut“ und 29 Prozent als „gut“ eingeschätzt.

 

 

Die größten Karrierechancen sehen die Umfrageteilnehmer unter anderem im Private Equity und bei Family Offices. Rund ein Drittel schätzt die Private-Equity-Branche als vielversprechend ein, dicht gefolgt von Family Offices mit 31 Prozent. Beide Bereiche hätten sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verbessert. Platz eins der chancenreichsten Branchen teilen sich laut der Umfrage Digitale Produktinnovationen und IT. Für beide Bereiche stimmten mehr als 57 Prozent der Befragten. Auf Platz drei kommt die Rechts- und Compliance-Sparte mit rund 46 Prozent.

Dieses Ergebnis spiegelt sich auch bei der Frage nach den wichtigsten Kompetenzen wider. Hier stimmten mit 74 Prozent knapp drei Viertel der Befragten für IT-Kompetenzen. Darauf folgen die Bereitschaft, sich kontinuierlich zu verändern, mit 58 Prozent und Sozialkompetenz mit 52 Prozent.

Karrierekiller Fintech und Blockchain?

Bedroht wird die Karriere in der Schweizer Finanzbranche laut der Umfrage vor allem dadurch, dass Geschäftsabteilungen ins Ausland verlagert werden. Diesen Punkt nannten 43 Prozent der Umfrageteilnehmer. 42 Prozent der Teilnehmer befürchten, dass regulatorische Veränderungen ihre Karriere bremsen. 40 Prozent sehen Fintech und das dezentrale Finanzwesen als größtes Hindernis. Das dezentrale Finanzwesen nutzt Kryptowährungen und die Blockchain, um zentrale Institutionen wie Banken in Transaktionen zu ersetzen.

Auch die Corona-Pandemie hat die Branche geprägt. Auf das Homeoffice wollen die Angestellten der Umfrage zufolge nicht mehr verzichten. 30 Prozent der Befragten wollen gar nicht mehr ins Büro zurückkehren, und knapp 73 Prozent bis zu 50 Prozent der Zeit zu Hause arbeiten. Nur 15 Prozent der Befragten sind allerdings bereit, für dieses Privileg weniger Lohn in Kauf zu nehmen.

So hoch fallen die Boni aus

Wie in den Vorjahren habe der Bonus einen großen Anteil am Jahreseinkommen. 39 Prozent der Umfrageteilnehmer haben angegeben, dass die Sondervergütung zwischen zehn und 25 Prozent des Jahreseinkommens ausmache. Bei 18 Prozent der Angestellten liege ihr Anteil sogar zwischen 25 und 50 Prozent. Der Durchschnitt liege bei 29 Prozent. Jeder fünfte Befragte habe für 2021 keinen Bonus erhalten.