Expansion in Ungarn Die Erste Bank Österreich übernimmt BNP Private Banking

Die Erste Bank Österreich übernimmt BNP Private Banking

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Ungarn ist zurzeit kein einfaches Pflaster für Banken. Die rechtsgerichtete Regierung um Viktor Orban hat den Bankern den Kampf angesagt. So erhebt sie neben einer Bankenabgabe etwa eine Finanztransaktionssteuer. Davon lässt sich die Erste Bank Österreich nicht entmutigen: Besonders im Segment Private Banking möchte sie wachsen und kauft deshalb die ungarische Private-Banking-Abteilung der BNP Paribas.

Die ungarische Tochter der französischen Bank verwaltet rund 60 Milliarden Forint (216 Millionen Euro) von rund 400 Kunden. Durch die Übernahme steigt der Marktanteil der Vermögensverwaltung Erste Bank Ungarn von 9 auf 12 Prozent. Bisher betreut sie 1.800 Ungarn mit einem Gesamtvermögen von rund 150 Milliarden Forint. Global betrachtet verantwortet die Erste Bank Österreich 13,5 Milliarden Euro von mehr als 12.000 Klienten in sechs Ländern.

Die Geschäfte der Ersten in Ungarn liefen vor der Übernahme nicht rund: 2011 musste die ungarische Filiale 567 Millionen Euro abschreiben. Auch im ersten Halbjahr 2012 gab es 72,7 Millionen Euro Verlust. Deshalb erwartet der Mutterkonzern weder für 2012, noch für 2013 Gewinne der ungarischen Tochtergesellschaft. Allerdings unterstreicht der Kauf des französischen Konkurrenten, dass dem Wiener Finanzhaus das Ungarn-Geschäft wichtig ist.