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Auch die UBS hat nun den Private Markets Eltif von PG in die Angebotspalette aufgenommen. Auch er besteht zur Hälfte aus Private Equity und zu kleineren Teilen aus Immobilien, Infrastruktur und Krediten. Für die Schweizer Großbank ist es der erste Eltif im Vertrieb. „Wir tasten uns gerade in den Markt hinein und wollten unseren Kunden zum Einstieg eine möglichst breit diversifizierte Lösung anbieten“, sagt Sebastian Boesen. Zukünftig wolle man immer einen Eltif im Angebot haben. Kunden könnten dann über die Jahre ein sich selbst tragendes Private-Markets-Portfolio aufbauen – ausgeschüttete und rückgezahlte Beträge würden fortlaufend in neue Produkte fließen können.
Einen ähnlich rollenden Prozess peilt man auch bei Blackrock an. Der weltgrößte Vermögensverwalter hatte 2019 den Blackrock Private Equity Opportunities Eltif (ISIN: LU1916394569) in die Spur gebracht, den unter anderem auch das Wealth Management der Deutschen Bank vertreibt. Allerdings mit der noch verhältnismäßig hohen Mindestanlagesumme von 125.000 Euro.
Dabei haben die Macher Gefallen an der Sache gefunden. „Wir wollen immer wieder neue Eltifs nachlegen, damit Anleger investiert bleiben können“, kündigt Benjamin Fischer an. Für 2021 stehe ein Infrastrukturfonds an. Dass der lediglich aus Co-Investments bestehen soll, sieht Fischer nicht als Manko. „Zahlreiche Studien belegen, dass die Rendite nicht schlechter war als mit Lead-Investitionen“, sagt er. Dafür könnten die Gebühren sogar niedriger liegen. Zudem prüften sowohl der Hauptinvestor als auch Blackrock als Co-Investor die Anlageobjekte unabhängig voneinander.
Ebenfalls erste Gehversuche unternehmen die Fondsgesellschaften Amundi und Muzinich – allerdings bleiben Unternehmensbeteiligungen bei beiden zunächst außen vor. Stattdessen bleiben beide Schuster bei ihren Leisten und konzentrieren sich auf Kredite und Anleihen. „Wir haben seit 2017 ein Team für verbriefte Unternehmenskredite, sogenannte syndicated Loans“, erklärt Muzinich-Mann Welne. „Diese und unsere anderen vorhandenen Ressourcen für die Kreditanalyse wollten wir erst einmal mit Eltifs verbinden.“ Dabei sei insbesondere der Unterschied zwischen verbrieften und direkten Krediten bemerkenswert.
Für syndicated Loans gebe es einen Markt, auf dem Investmentbanken als Broker und Händler auftreten und tägliche Liquidität anbieten. Deshalb gebe es für diesen semi-liquiden Markt auch fortlaufend Kurse, die in den NAV des Eltifs fließen können. Anders bei Private Debt. „Diese Kredite bewerten wir in der Regel einmal im Quartal nach bilanziellen Kriterien“, so Welne. Auch für Muzinich soll die Eltif-Geschichte nach dem erfolgreich untergebrachten Firstlight Middle Market Eltif weitergehen. Näheres darf Welne noch nicht sagen.
Ebenso wie Thierry de Vergnes, der für Amundi den bereits laufenden, mit Krediten bestückten Eltif Leveraged Loans Europe betreut. Die Anlageklasse biete sich wegen der nur gering schwankenden Kurse im unsicheren wirtschaftlichen Kontext besonders an, betont der Manager. Generell wolle man bei Amundi aber künftig auch Private Equity und Immobilien in Eltifs verpacken. Man arbeite schon an einem neuen Produkt, so de Vergnes.
Muzinich sammelte für den Firstlight 450 Millionen Euro ein, Amundi für den Leveraged Loans immerhin 100 Millionen Euro. Das sind beachtliche Hausnummern, den Vogel will indes die Commerz-bank-Tochter Commerz Real abschießen. „Commerzbank lädt Öko-Bazooka“, titelte das Nachrichtenportal „Finanz-Szene.de“ geradezu bewundernd. Das ist nicht übertrieben, denn Commerz Real will für den Klimavest 10 Milliarden Euro Eigenkapital einsammeln und es für mindestens 50 Jahre in Dinge stecken, die dem Klima helfen sollen: Windparks, Solarkraftwerke, Wälder. Die Rendite soll bei 3 bis 4 Prozent im Jahr liegen. Neun Windparks sind schon gekauft.
Der Eltif als Erbstück und Weltenretter. Wer sich also schon immer gefragt hat, wie sich der Kampf gegen den Klimawandel bezahlen lassen soll – der Eltif könnte tatsächlich ein Weg sein.