Herr Lindner, die DEUTSCHE FINANCE GROUP verwaltet 12 Milliarden Euro an Vermögen und versteht sich als internationale Investmentplattform mit Standorten in München und London. Was bedeutet das konkret für Ihre Investoren?
Andreas Lindner: Unsere Investmentplattform bietet professionellen und institutionellen Investoren den Zugang zu exklusiven Off-Market-Investments – vor allem in den Bereichen Private Equity Real Estate, Immobilien und Infrastruktur. Über unsere operativen Standorte in München und London identifizieren wir marktnahe Opportunitäten, analysieren sie intern und strukturieren sie in Form von Club-Deals, Co-Investments oder individuellen Mandaten. An beiden Standorten verfügen wir über langjährig erfahrene, hochqualifizierte Teams, die Kapitalmarktexpertise mit operativem Real-Estate-Know-how verbinden. Diese Kombination aus Standortnähe, exklusivem Marktzugang und erfahrenen Spezialisten bildet seit über 20 Jahren das Fundament unserer Investment-Plattform.
Ein Beispiel für unsere Standortkompetenz ist das derzeit in der Fertigstellung befindliche Projekt „Olympia“ in London – eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte der britischen Hauptstadt. In einem Joint Venture mit renommierten Partnern entsteht auf dem historischen Messegelände in West London ein neuartiger Kultur-, Freizeit- und Business-Campus mit Konzert- und Theaterbühnen, Hotels, Büroflächen, Gastronomie und Retail. Die Entwicklung verbindet historische Bausubstanz mit moderner Architektur und ESG-konformen Standards – und steht exemplarisch für unseren Zugang zu großvolumigen, komplexen Off-Market-Investments an institutionellen Standorten.
Unser Team in München hat kürzlich die Projektentwicklung HANSA29 erfolgreich abgeschlossen – ein modernes Bürogebäude in zentraler Innenstadtlage. Das Projekt steht exemplarisch für unsere Kompetenz in der lokalen Projektumsetzung, die Verbindung von urbaner Architektur, ESG-konformen Standards und der zielgerichteten Umsetzung institutioneller Anforderungen.
Sie sprechen zwei Jahrzehnte Erfahrung an. Was war in dieser Zeit besonders prägend?
Lindner: Besonders prägend war die Erkenntnis, dass es bei erfolgreichen Investmentstrategien nicht nur auf die Qualität der Assets ankommt, sondern vor allem darauf, die sehr unterschiedlichen Bedürfnisse professioneller und institutioneller Investoren passgenau zu berücksichtigen. Ob Family Office, Versicherung, Versorgungswerk oder Vermögensverwalter – jede Investorengruppe hat eigene Anforderungen an Rendite, Laufzeit, Regulierung oder ESG-Kriterien. Daraus ergibt sich ein hoher Anspruch an die Strukturierungstiefe. Genau hier liegt eine unserer zentralen Stärken: Wir entwickeln maßgeschneiderte Lösungen – von Club-Deals über Co-Investments bis hin zu individuellen Mandaten – und integrieren dabei regulatorische, steuerliche und strategische Vorgaben nahtlos in die Investmentstruktur.
Aktuell richten viele Investoren ihren Blick wieder auf den deutschen und europäischen Immobilienmarkt. Wie schätzen Sie das ein?
Lindner: Das beobachten wir täglich in unseren Gesprächen mit Investoren. Nach einer Phase der Zurückhaltung – ausgelöst durch Zinswende, geopolitische Unsicherheiten und Preisanpassungen – richtet sich der Fokus nun wieder verstärkt auf den deutschen und europäischen Immobilienmarkt. Viele Investoren erkennen, dass wir uns aktuell in einer Korrekturphase mit attraktiven Einstiegsmöglichkeiten befinden. In Städten wie München, Berlin, Dublin oder Madrid übersteigt die strukturelle Wohnraumnachfrage weiterhin deutlich das Angebot – ein Ungleichgewicht, das auch in einem veränderten Zinsumfeld für stabile Mieterträge und langfristige Wertentwicklung spricht.
Ein Beispiel: Laut Savills liegt die Verfügbarkeitsrate moderner Logistikflächen im Großraum London derzeit bei unter 3 %, bei gleichzeitig stark wachsender Nachfrage durch E-Commerce, Re-Industrialisierung und ESG-Anforderungen. In vielen europäischen Metropolen sorgt die Urbanisierung für zusätzliche Wachstumsimpulse – bei gleichzeitig begrenztem Flächenangebot.
Lassen Sie uns konkret werden. Mit welchen Investmentstrategien beschäftigen Sie sich aktuell?
Lindner: Aktuell konzentrieren wir uns auf drei strategische Themenfelder, die aus unserer Sicht besonders attraktive Investmentchancen bieten:
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Micro Living in Deutschland und Europa:
Ein Segment, das stark von gesellschaftlichen Megatrends wie Urbanisierung, steigender Mobilität und flexiblen Arbeitsmodellen profitiert. Wir fokussieren uns auf kompakte, möblierte Wohneinheiten in urbanen Lagen – mit digitalem Mietermanagement, professionellem Betriebskonzept und ESG-konformer Ausrichtung. Die anhaltend hohe Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in deutschen Metropolen macht dieses Segment besonders resilient und ertragsstark.
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European Living – Wohnen in europäischen Kernmärkten:
Mit Fokus auf Core- und Core+-Wohnimmobilien in Deutschland, Spanien, Dänemark und Irland adressieren wir Märkte mit stabilen Volkswirtschaften, institutioneller Markttransparenz und strukturellem Nachfrageüberhang. Ziel ist der Aufbau eines geografisch diversifizierten Portfolios mit stabilen Cashflows und langfristigem Wertsteigerungspotenzial.
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Logistik UK – Zugang zu einem dynamischen Wachstumsmarkt:
Unsere Logistikstrategie im Vereinigten Königreich zielt auf ein strukturell stark wachsendes Segment. E-Commerce, Re-Industrialisierung und Nearshoring treiben die Nachfrage nach modernen Logistikflächen – insbesondere in urbanen Räumen, Distributionszentren und Last-Mile-Hubs. Wir investieren gezielt in strategische Lagen wie London, den Midlands-Korridor, Manchester und Birmingham. Der britische Markt ist hochinstitutionalisiert und transparent – gleichzeitig aber durch Flächenknappheit, strenge Bauregulierungen und hohe Eintrittshürden geprägt, was den Zugang umso wertvoller macht.
Wie strukturieren Sie Ihre internationale Vertriebsstrategie im institutionellen Umfeld?
Lindner: Wir fokussieren uns grundsätzlich auf professionelle und institutionelle Investoren – darunter Family Offices, Pensionskassen, Versicherungen, Staatsfonds und Vermögensverwalter. Besonders aktiv sind derzeit Investoren aus den USA, Kanada und Asien, die wir primär über unser erfahrenes Team am Standort London betreuen. Unser Standort München konzentriert sich stärker auf Anleger aus der DACH-Region – also Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Diese regionale Differenzierung ermöglicht es uns, gezielt auf kulturelle, regulatorische und strategische Anforderungen der jeweiligen Zielgruppen einzugehen. Unterstützt wird dieser Ansatz durch unser eigenes Wertpapierinstitut, das über die erforderliche Zulassung nach § 15 WpIG verfügt und für die Anlageberatung sowie Anlagevermittlung verantwortlich ist – ein wesentlicher Erfolgsfaktor in der Zusammenarbeit mit unseren Investoren.