Union Investment-Studie Deutsche Großanleger spüren mehr Renditedruck

Bei der Kapitalanlage steht bei institutionellen Investoren nach wie vor die Vermeidung von Verlusten im Vordergrund –den Befragten ist das aber nur noch zu 82 Prozent außerordentlich oder sehr wichtig. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert noch bei 92 Prozent. An Bedeutung zugelegt hat dagegen, eine bestimmte Mindestrendite nicht zu unterschreiten. 64 Prozent (2012: 55 Prozent) der Großanleger ist das außerordentlich oder sehr wichtig.

Das geht aus der aktuellen Risikomanagement-Studie von Union Investment hervor. Diese Entwicklung zeigt, dass der Renditedruck erheblich gestiegen ist. Dabei hat die Orientierung an einem Vergleichsindex weiter an Bedeutung verloren: Nur noch 18 Prozent (2012: 32 Prozent) der Investoren halten es für wichtig, eine unterdurchschnittliche Wertentwicklung gegenüber einem Index zu vermeiden.

In den Portfolios der Großanleger machen Anleihen mit einem Anteil von 61 Prozent am Gesamtvolumen den größten Teil vom Kuchen aus. Es folgen Geldmarktinstrumente mit11 Prozent, 2012 waren es 23 Prozent. Dieser Rückgang zeigt, dass der Renditedruck im Niedrigzinsumfeld Investoren zum Handeln zwingt. Die Aktienquote beträgt nur 5 Prozent. Der Anteil alternativer Investments wie Private Equity oder Hedgefonds ist auf 18 Prozent (2012: 10 Prozent) gestiegen.

Wegen der steigenden regulatorischen Anforderungen und des niedrigen Zinsniveaus schätzen Investoren die Entwicklung ihrer eigenen wirtschaftlichen Situation skeptischer ein als 2012. Nur 23 Prozent (2012: 33 Prozent) rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage ihres Unternehmens. Eine stabile Entwicklung erwarten 60 Prozent (2012: 55 Prozent), eine Verschlechterung 17 Prozent (2012: 12 Prozent).

89 Prozent der Großanleger (2012: 84 Prozent) sind dabei der Meinung, ohne Anlagerestriktionen eine Mehrrendite erzielen zu können. Bonitätsrestriktionen und Grenzen für bestimmte Anlageklassen sind für 90 Prozent beziehungsweise 86 Prozent der Befragten dabei das Haar in der Suppe.