Die Deutsche Finance Group grenzt ihre Verantwortlichkeiten bei den verlustreichen US-Immobilieninvestments der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) ab. Weder die Deutsche Finance America noch andere verbundene Gesellschaften waren als Zielfondsmanager tätig oder verfügten über diskretionäre Entscheidungskompetenz, teilte das Unternehmen mit. Demnach hatte die Deutsche Finance America keine Befugnisse bei konkreten Investitionen, Finanzierungen oder der Auswahl von Projektentwicklern.
Nur strukturierende und koordinierende Aufgaben
Die Tätigkeit der Deutsche Finance America beschränkte sich auf vertraglich definierte strukturierende, koordinierende sowie regulatorische Funktionen. Eine inhaltliche Einflussnahme auf Investitionsentscheidungen erfolgte nicht und war auch nicht Aufgabe der Gesellschaft, so die Deutsche Finance Group.
Hintergrund: Verluste und Compliance-Verstöße bei der BVK
Die Klarstellung erfolgt vor dem Hintergrund der öffentlichen Berichterstattung über problematische US-Immobilien-Investments der BVK. Das Versorgungswerk räumte Compliance-Verstöße ein, nachdem externe Experten ein nicht angemessenes Näheverhältnis feststellten. Die BVK informierte daraufhin die Staatsanwaltschaft München.
Laut Medienberichten investierte die BVK bis zu 1,6 Milliarden Euro in vier Immobilien-Projekte in Miami und New York. Bis zu 853 Millionen Euro könnten davon verloren gehen. Für das Geschäftsjahr 2024 nahm die BVK auf Ebene der Zielfonds bereits Wertberichtigungen in Höhe von 163 Millionen Euro vor.
Bereits im Juli verließ der langjährige Immobilienchef Rainer Komenda die BVK nach über 20 Jahren. Im Oktober wurde zudem bekannt, dass auch der Leiter des Bereichs Kapitalanlage Immobilienmanagement, Norman Fackelmann, nicht mehr für die Versorgungskasse tätig ist. Als Reaktion hat die BVK für eine Übergangszeit einen externen Manager an die Spitze des Immobilienbereichs berufen.
Trotz der Probleme erreichte die BVK 2024 eine Nettoverzinsung von 3,4 Prozent. Die Kapitalanlage erreichte Ende 2024 mit rund 117 Milliarden Euro einen neuen Höchststand.
Die Deutsche Finance Group verwaltet rund 12 Milliarden US-Dollar und bietet Investoren Zugang zu institutionellen Märkten in den Bereichen Private Equity Real Estate, Immobilien und Infrastruktur.