Die Privatkundenbank der Deutschen Bank hat die erste von zwei geplanten Kernbankenplattformen ausgewählt. Die Wahl fiel auf Vault Core, die cloudbasierte Lösung des britischen Finanztechnologieunternehmens Thought Machine. Die Plattform soll künftig alle Bank- und Kreditprodukte im deutschen Personal Banking und Wealth Management abwickeln.
Aus 15 Systemen werden zwei
Damit wird ein Vorhaben greifbar, das die Bank Ende 2025 im Rahmen ihres bis Ende 2028 laufenden Strategiezyklus angekündigt hatte: Die Zahl der Kernbankensysteme soll von 15 auf zwei moderne, cloudbasierte Plattformen sinken. Vault Core ist die erste davon. Als Umsetzungs- und Systemintegrationspartner hat die Deutsche Bank GFT Technologies ausgewählt. Die Partnerschaft mit Thought Machine ist auf zehn Jahre angelegt.
Für Christian Rhino, Chief Information Officer der Privatkundenbank, zählt der Schritt zu den bedeutendsten technologischen Transformationen im Privatkundengeschäft. „Vault Core bietet uns eine moderne, cloud-native Grundlage, die Resilienz, Skalierbarkeit und Flexibilität verbessert.“. Den eigentlichen Hebel sieht er in der Entkopplung von Produkt und Technik: „Indem wir die Produktlogik von der zugrunde liegenden Infrastruktur trennen, werden wir Produkte im Laufe der Zeit effizienter entwickeln, anpassen und bereitstellen können und zugleich die Abhängigkeit von fragmentierten Altsystemen schrittweise reduzieren.“
Das Fundament für Gassers Wachstumspläne
Für das Wealth Management ist der Umbau mehr als eine IT-Frage. Er liefert die Infrastruktur für die Ziele, die Deutschland-Chef Raffael Gasser seit seinem Amtsantritt im Oktober 2024 verfolgt. Bis 2028 will die Bank das Volumen ihrer diskretionären Mandate weltweit verdoppeln und die Netto-Neuanlagen im Verhältnis zum verwalteten Vermögen jährlich um sechs Prozent steigern. Eine schlankere, skalierbare Plattform soll helfen, neue Produkte schneller auf den Markt zu bringen.
Migration ab 2027, Einsparziel 300 Millionen Euro
Die Entwicklungsarbeiten hätten begonnen, so die Bank. Erste Tests seien bis zum Jahresende vorgesehen. Von 2027 an sollen die Produkte schrittweise migriert werden, während Alt- und Neusysteme zunächst parallel liefen. Insgesamt will die Privatkundenbank bis Ende 2028 rund 600 Millionen Euro in IT, Betriebsabläufe und künstliche Intelligenz investieren. Bis dahin soll das Programm jährliche Einsparungen auf Run-Rate-Basis von rund 300 Millionen Euro bringen.