Die Deutsche Bank und ihre Fondsgesellschaft DWS erwägen eine Beteiligung an der Frankfurter Leben Gruppe. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, könnten beide Institute eine bedeutende Minderheitsbeteiligung an dem Konsolidierer von Lebensversicherungsbeständen erwerben.
Die Transaktion würde für die Deutsche Bank eine Rückkehr in das Geschäft mit Lebensversicherungen bedeuten. Durch eine Kapitalerhöhung könnten die Deutsche Bank und DWS frisches Geld in die Frankfurter Leben Gruppe einbringen und sich so an dem Unternehmen beteiligen, heißt es in dem Bericht.
Gespräche in einem frühen Stadium
Die Frankfurter Leben wird mehrheitlich vom chinesischen Mischkonzern Fosun International kontrolliert. Das Unternehmen betreut nach eigenen Angaben rund 700.000 Versicherungsverträge und verwaltet ein Kapitalanlageportfolio von etwa 13 Milliarden Euro. Bei Frankfurter Leben sind rund 170 Mitarbeiter beschäftigt.
Die Gespräche befinden sich offenbar in einem frühen Stadium, und es ist noch unklar, ob es zu einer Transaktion kommen wird. Die Deutsche Bank, DWS und Frankfurter Leben haben sich auf Anfrage der Kollegen von DAS INVESTMENT Versicherungen nicht zu den Überlegungen geäußert.
Markt für Run-Off-Versicherungen stark gewachsen
Der Markt für sogenannte Run-off-Versicherer, die geschlossene Lebensversicherungsbestände übernehmen und verwalten, ist in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Mehrere Anbieter konkurrieren um Portfolios, die traditionelle Lebensversicherer aufgrund niedriger Zinsen und hoher Garantieverpflichtungen abstoßen wollen.
Bewegung gibt es derzeit auch bei einem anderen Marktteilnehmer: Der Run-off-Spezialist Athora erwägt wohl einen Verkauf seines Deutschlandgeschäfts. Grund sei das ausbleibende Wachstum hierzulande. Der Prozess befinde sich noch in einem frühen Stadium.