Deutsche Bank und Commerzbank Nach gescheiterter Fusion rücken Nachranganleihen in den Fokus

Jens Franck ist Partner und Senior Portfoliomanager bei Nordix in Hamburg.  | © Nordix

Jens Franck ist Partner und Senior Portfoliomanager bei Nordix in Hamburg. Foto: Nordix

Die Fusionspläne der Deutschen Bank und der Commerzbank sind am 25. April 2019 gescheitert. Übereinstimmend erklären beide Banken, dass es sinnvoll war, die Option einer innerdeutschen Konsolidierung zu prüfen. Auf Basis einer detaillierten Analyse in wochenlangen Gesprächen seien die Vorstände zu dem Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss „keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde“. Beide Vorstandssprecher begründeten die Entscheidung mit „Umsetzungsrisiken, Restrukturierungskosten und Kapitalanforderungen, die mit einer solch großen Integration einhergehen“.

Als spezialisierter Renten-Manager ist die Nordix mit dem Fondsmanagement mehrerer Fonds mandatiert, die in Anleihen beider Institute investiert sind. Gerade im Bereich der hybriden Kapitalmarktinstrumente (Nachranganleihen) ist eine Analyse der Einflussfaktoren und potentieller Auswirkungen aufschlussreich.

Während des fast sechs Wochen andauernden Prozesses waren viele Beobachter schon früh der Überzeugung, dass eine Fusion nicht zustande kommen wird. Neben vielen in- und externer Widerständen – unter anderem auf der Seite der Arbeitnehmer-Vertreter – ist die Überlappung zwischen beiden Instituten sehr groß. Bankenfusionen der Vergangenheit haben eindrucksvoll bewiesen, dass der Prozess der operativen Zusammenführung auf Jahre extrem viele Ressourcen einnimmt und den Fokus vom Markt und der Kundschaft verschiebt und so das Ergebnis verringert.

Im Übrigen widerspricht der kapitalunterlegte Zusammenschluss der Deutschen Bank mit einem anderen Kreditinstitut, unabhängig von der konkreten Umsetzung, der „DNA“ der Deutschen Bank. Der Versuch einer Fusion der Deutschen Bank mit der damals noch existierenden Dresdner Bank ist am Ende neben betriebswirtschaftlichen Gründen auch ganz simpel an Köpfen und deren Unwillen, sich in Zukunft unterzuordnen, gescheitert. Die Deutsche Bank hat auch in der Finanzkrise 2008 öffentlichkeitswirksam darauf bestanden, keine staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Diese nicht nur anekdotisch zu bewertenden Fakten spiegeln das Selbstverständnis der Deutschen Bank wider.