Die Deutsche Bank strukturiert ihr Private Banking und Wealth Management in Deutschland erneut um. Wie das Frankfurter Geldhaus mitteilte, wird das Geschäft mit vermögenden Kunden künftig in sechs Regionen unterteilt. Jede Region erhält einen eigenen Leiter.
Die Teams zur Betreuung vermögender und wohlhabender Kunden, die bisher organisatorisch getrennt waren, werden künftig im Wealth Management zusammengeführt. Die neue Struktur orientiert sich an der Betreuung mittelständischer Unternehmen bei der Deutschen Bank, um die Zusammenarbeit mit der Unternehmensbank zu stärken.
„Wir schaffen mit unserer Strategie die Voraussetzungen, um als klare Nummer Eins im Wealth Management in Deutschland über dem Markt zu wachsen“, sagte Raffael Gasser, Leiter Wealth Management Deutschland. Fünf der sechs Regionalleiter kommen aus den eigenen Reihen. Als externe Verstärkung gewinnt die Bank Nasim Amini, der zum 1. Januar 2026 die Region Süd übernimmt. Der 47-Jährige kommt von der Hypovereinsbank, wo er deutschlandweit die Betreuung hochvermögender Privatkunden verantwortete.
UHNW-Team soll deutlich ausgebaut werden
Zudem baut die Deutsche Bank eine neue Einheit für digital-affine wohlhabende Kunden auf. Naveed Arshad wechselt spätestens zum 1. Januar 2026 von der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe zur Deutschen Bank, um diesen Bereich zu leiten. Das UHNW-Team unter Stefanie Rühl-Hoffmann wird deutlich ausgebaut – die Zahl der Berater soll perspektivisch verdoppelt werden. Neu entsteht zudem der Bereich Wealth Planning Germany unter Lisa-Marie Wöhrle, die von der UBS zur Deutschen Bank zurückkehrt.
Personalwechsel prägen Private Banking
Die Umstrukturierung findet zu einer Zeit statt, in der das Private Banking der Deutschen Bank von Personalwechseln geprägt ist. Erst kürzlich verließ ein fünfköpfiges Berater-Team um Davut Iskenderoglu die Bank in Frankfurt. Iskenderoglu leitete zuletzt als Teamleiter Private Banking ein Team am Heimatmarkt. Zusammen mit den Relationship Managern Michael Schützendiebel, Piero Abruscato, Denis Jahn und Konstantin Orak hatte er gekündigt. Das Team wechselt zu Berenberg.
Mehrere Umorganisationen in wenigen Jahren
Die Deutsche Bank hat ihr Wealth Management in den vergangenen Jahren mehrfach umorganisiert. 2016 teilte das Institut das Geschäft in sieben Regionen auf, verschlankte die Struktur Ende 2019 auf drei Regionen und reduzierte sie 2022 nochmals auf zwei Regionen: Nord-Nordwest und Mitte-Süd.
Im Juli 2023 folgte dann die bislang größte Änderung: Privatkundenvorstand Claudio de Sanctis führte Private Banking und Wealth Management zusammen. Private Banking war zuvor in der deutschen Privatkundenbank angesiedelt, das hiesige Wealth Management gehörte zur internationalen Sparte. Mit der Fusion entstanden fünf Marktbereiche im Privatkundengeschäft. Gleichzeitig reduzierte die Bank die Führungsebenen erheblich – von 42 auf 20 Führungskräfte. Lars Stoy übernahm damals die Leitung des neu geschaffenen Bereichs Private Banking und Wealth Management Deutschland.
Führungswechsel nach überraschendem Abgang
Stoy verließ die Deutsche Bank jedoch überraschend im vergangenen Jahr und wechselte zur ING. Intern wurde ihm laut „Handelsblatt“ das Debakel bei der IT-Umstellung der Postbank angelastet, das zu erheblichen Problemen im Kundenservice geführt hatte. Im November übernahm Rafael Gasser die Leitung. Nach Stoys Abgang hatten Stefanie Rühl-Hoffmann (Wealth Management) und Dominik Hennen (Private Banking) die Bereiche interimsweise geleitet.
Der neue Leiter Gasser kam im November von der UBS in Zürich, bei der er das nordeuropäische Geschäft mit vermögenden Privatkunden verantwortete. Zuvor war er 14 Jahre bei der Credit Suisse tätig, zuletzt als Mitglied der Geschäftsleitung des globalen Wealth Management. Bei der Deutschen Bank sollte Gasser das Private Banking und Wealth Management weiter verzahnen. Er berichtet an Vorstand Claudio de Sanctis, der das Privatkundengeschäft leitet.