Investment: 300 Millionen Euro So will die Deutsche Bank das Wealth Management ausbauen

Raffael Gasser, Leiter Wealth Management Deutschland

Raffael Gasser, Leiter Wealth Management Deutschland, von der Deutschen Bank. Bildquelle: Deutsche Bank

Die Deutsche Bank forciert den Ausbau ihres Wealth Managements und kündigt Investitionen an. Bis 2028 fließen 300 Millionen Euro in das Wealth Management, weitere 600 Millionen Euro in das Personal Banking. „Der Markt wächst und wir wollen noch schneller wachsen", erklärt Raffael Gasser, Leiter Wealth Management Deutschland, in einem Linkedin-Post.

Organisationsumbau und Personalaufbau

Seit seinem Start im Oktober 2024 baut Gasser die Strukturen um. Die beiden Bereiche Private Banking und Wealth Management wurden zusammengelegt, Hierarchieebenen reduziert. „Die Zeiten, in denen wir in Teilen eine produkt- und infrastrukturorientierte Organisation waren, gehören der Vergangenheit an“, sagte Gasser in einem Interview mit Finanzbusiness. Das Team wurde demnach mit neuen Leistungsträgern bestückt, gleichzeitig sollen Entscheidungswege verkürzt werden.

Die Bank investiert in zusätzliche Kundenberater und digitale Lösungen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Rekrutierung erfahrener Banker vom Markt, auch von regionalen Sparkassen. „Dort sind die regionalen Institute unsere wichtigsten Konkurrenten“, so Gasser in dem Interview weiter

Infrastruktur und IT-Plattform

Ein zentrales Vorhaben ist zudem die Verschlankung der IT-Landschaft. Die Zahl der Kernbankensysteme soll von derzeit 15 auf jeweils eines für Wealth Management und eines für Personal Banking reduziert werden. 

 

Kundenorientierung und Wachstumsziele

Die Organisation wurde auf fünf identifizierte Kundentypen ausgerichtet – von vielbeschäftigen Berufstätigen mit Bedarf an digitaler Videoberatung bis hin zu hochkomplexen unternehmerischen Vermögen mit Family-Office-Betreuung. Produkte, die bisher nur in einem Segment angeboten wurden, stehen nun allen Kunden zur Verfügung.

Bis 2028 will die Bank das Volumen der diskretionären Mandate weltweit verdoppeln und jährlich um sechs Prozent bei den Netto-Neuanlagen im Verhältnis zum verwalteten Vermögen zulegen. „Mit der neuen Aufstellung werden wir im neuen Jahr richtig angreifen“, kündigte Gasser an.

Vermögenstransfer als Opportunität

Der demografische Wandel bietet erhebliches Wachstumspotenzial. Jährlich werden in Deutschland über 100 Milliarden Euro vererbt oder übertragen. Das Deutsche Oppenheim Family Office und der neugeschaffene Bereich Wealth Planning unter Lisa-Marie Wöhrle unterstützen Kunden bei der Nachfolgeplanung. Ein Next-Gen-Programm bereitet Kinder vermögender Familien auf ihre künftige Rolle vor.

Digitalisierung bei lokaler Präsenz

Trotz des Ausbaus digitaler Angebote wie der digitalen Vermögensverwaltung setzt die Bank weiter auf persönliche Beratung. An über 300 Standorten in Deutschland steht jedem Wealth-Management-Kunden ein dedizierter Ansprechpartner zur Verfügung. „Die Beziehung zwischen Kunde und Berater lässt sich durch Technik nicht ersetzen", betont Gasser.

Die Zusammenarbeit mit der Investment Bank, der Unternehmensbank und dem Asset Manager DWS verschaffe der Deutschen Bank in Gassers Augen einen Wettbewerbsvorteil. „So können wir eine Unternehmerfamilie aus einer Hand beraten, egal ob es um die Anlage ihres Vermögens, Währungsabsicherungen oder den Verkauf der Firma geht“, sagte er gegenüber Finanzbusiness.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
Danke für Ihre Bewertung
Leser bewerteten diesen Artikel durchschnittlich mit 0 Sternen