So sparen die Banken Energie Deutschbanker arbeiten künftig bei 25 Grad Celsius

Sommerliche Bäume in der Nähe der Türme der Deutschen Bank in Frankfurt am Main

Sommerliche Bäume in der Nähe der Türme der Deutschen Bank in Frankfurt am Main: Die Klimaanlage läuft in Zukunft weniger. Foto: Imago Images / Schöning

Die Bundesregierung hat in den vergangenen Wochen kräftig die Werbetrommel gerührt. Wegen der sich verschärfenden Klimakrise und des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, soll der deutsche Energieverbrauch durch freiwillige Maßnehmen eingeschränkt werden. „80 Millionen gemeinsam für Energiewechsel“, heißt es etwa auf einer entsprechenden Internetseite der Regierung, in der unter anderem Tipps für mehr Energieeinsparungen gegeben werden. „Und zwar für alle Bereiche – in den Unternehmen genauso wie in den privaten Haushalten“, hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bei einem entsprechenden Gipfel im Juli erklärt.

Den Appell hat neben vielen anderen Unternehmen auch die Deutsche Bank vernommen. In einer Pressemitteilung gab das wichtigste deutsche Bankhaus bekannt, dass künftig bis zu 4.900.000 kWh Strom eingespart werden – was dem Verbrauch von rund 1.600 Zwei-Personen-Haushalten entspricht. Konkret soll im Sommer die maximale Raumtemperatur in den Büros von 23 auf 25 Grad Celsius steigen, in Sanitärräumen nur kaltes Wasser fließen. Beleuchtete Außenwerbung, Nachtbeleuchtung und angestrahlte Logos an den Gebäuden werden nachts abgeschaltet. Eher symbolischen Charakter hat wohl, dass der Brunnen vor der Zentrale in Frankfurt nicht mehr sprudelt.

Commerzbank setzt auf Kühldecken im Gebäude und kaltes Wasser im Sanitärbereich

Insgesamt sollen die Maßnahmen für alle 1.400 Gebäude der Bank gelten, zudem auch Maßnahmen zur Gaseinsparung umgesetzt werden. Ideen dafür gibt es offenbar schon, die Umsetzung soll aber noch aufgeschoben werden, weil die ausstehenden Entscheidungen der Bundesnetzagentur und der Bundesregierung sie beeinflussen könnten.

Auch die ebenfalls in Frankfurt am Main ansässige Commerzbank äußerte sich gegenüber der Tagesschau bereits zu den Maßnahmen, die zur Energieeinsparung umgesetzt werden. So profitiere man von bereits umgesetzten Maßnahmen: In der Zentrale seien etwa Kühldecken angebracht, die wie umgedrehte Heizungen funktionieren würden, schreibt die Tagesschau. Leitungen mit kühlem Wasser in den Decken sollen die Gebäude knapp sechs Grad unter die Außentemperatur zu kühlen, Lüfter und Leuchtmittel wurden modernisiert. Und auch bei der Commerzbank kommt laut Tagesschau nur kaltes Wasser aus den Hähnen in den meisten Sanitärräumen.

 

Auch gab die Commerzbank bereits bekannt, dass auch für die Hälfte des ausgereichten Kreditvolumens konkrete CO2-Reduktionsziele bis zum Jahr 2030 festgelegt wurden. So wird für den Bereich Energieerzeugung bis 2030 ein Reduktionsziel von mindestens 73 Prozent angestrebt, für das deutlich größere Portfolio mit privaten Baufinanzierungen eine Verringerung um mindestens 57 Prozent. Das sei nur ein Zwischenschritt, um das gesamte Geschäft nachhaltiger zu gestalten – das sei wegen der explodierenden Energiepreise, der Inflation, Lieferkettenengpässen und des Krieges unvermeidbar, erklärte Commerzbank-Chef Mandred Knof.

Ähnlich sieht es bei der Hypovereinsbank, der deutschen Niederlassung der Unicredit, aus. Auf Anfrage dieses Magazins lässt die Bank verlautbaren, dass derzeit Maßnahmen erarbeitet werden, um den Energieverbrauch weiter zu verringern. Auch die Hypovereinsbank nennt die aktuellen Entwicklungen als Grund dafür, auch die Hypovereinsbank verweist wie die Commerzbank zudem auf die energetischen Bau- und Renovierungsmaßnahmen, die innerhalb der vergangenen Jahre bereits umgesetzt wurden.

Genossenschaftliche DZ-Bank und Sparkassen arbeiten an weiteren Maßnahmen

So wird im HVB-Tower im Münchener Arabellapark Grundwasser zum Heizen und Kühlen genutzt und Wärme rückgewonnen, in der Fassade auf natürliche Belüftung durch öffenbare Fenster gesetzt. Die Energieeinsparung für den HVB-Tower habe nach seiner Umgestaltung zum Green Building bereits über 50 Prozent für die Heizenergie und über 25 Prozenten für die Stromversorgung betragen.

Bei der genossenschaftlichen DZ-Bank und den zugehörigen Instituten wird nach Auskunft einer Sprecherin derzeit fleißig an Maßnahmen gearbeitet, um kurzfristig den Energieverbrauch zu senken. Welche genau das sind, ist allerdings nicht klar, wohl aber sollen sie möglichst schnell auch umgesetzt werden. Etwas weiter sind die Sparkassen – hier soll der Gasverbrauch um 25 Prozent gesenkt werden, wie Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands DSGV, in einem Brief an die Sparkassen-Vorstände vorgab. Über den Brief hatte Institutional-Money berichtet. 

So soll die Raumtemperatur auf höchstens 19 Grad Celsius beheizt und Warmwasser abgeschaltet werden. Mittelfristig müssten energetische Sanierung und Umstellung auf neue Energieformen Priorität haben. Weitere Maßnahmen sollen mit den Regionalverbänden erarbeitet werden.